Deutlich mehr als 2014 - als sie kurz nach dem Nationalratseinzug auch das EU-Parlament eroberten - stecken die NEOS heuer in die Wahlwerbung: Fast 2 Mio. Euro (2014 waren es 1,1 Mio.) hat die Spitzenkandidatin Claudia Gamon zur Verfügung. Die gibt sie nicht nur für Plakate, kleine Giveaways wie Kugelschreiber, Feuerzeuge oder Süßigkeiten, sondern auch für EU-Pässe aus - also Flyer, mit denen sie ihre Forderung nach "Vereinigten Staaten von Europa" mit EU-Staatsbürgerschaft und EU-Pass einstreicht.

Grünen-Chef und Spitzenkandidat Werner Kogler muss bescheiden wahlwerben, hat man doch nach dem Abschied aus dem Nationalrat wesentlich weniger Geld zur Verfügung: 500.000 Euro plus allfällige Spenden und Unterstützung durch Landesparteien sind budgetiert; 2014 wurden 1,75 Mio. Euro genannt und 2 Mio. Ausgaben für die Rückerstattung belegt. Geschenke sind da heuer keine drinnen, auch Plakate gibt es deutlich weniger als sonst - man setzt vor allem auf die sozialen Medien und verteilt Flyer mit dem Slogan "Mutig für Europa".

EUROPA sammelt Spenden

Noch weniger Geld hat der Ex-Grüne Johannes Voggenhuber, um mit seiner Initiative EUROPA ins Europaparlament zurückzukehren: 240.000 Euro bekam er von der Liste JETZT, dazu sammelt er Spenden - was laut Homepage allerdings noch keine 5.000 Euro brachte. Somit gibt es (bis auf Luftballons und Ansteckbuttons) nicht nur keine Giveaways, sondern auch keine Plakate von EUROPA Jetzt. Erinnert an die Anfangszeiten der Grünen steckt Voggenhuber viel Energie in Veranstaltungen und Medienauftritte - und anders als damals wird jetzt auch intensiv über die Sozialen Medien wahlgekämpft.

Zurückhaltung bei den Ausgaben ist für die Liste JETZT auch geboten: Denn die Sonderförderung für den EU-Wahlkampf bekommen nur Parteien, die zumindest ein EU-Mandat erobert haben. Und die Meinungsforscher geben EUROPA Jetzt so gut wie keine Chancen darauf. Die Parteien, die es ins EU-Parlament schaffen, bekommen die Rückerstattung nach der Wahl, gegen eine Abrechnung der Kosten. Auch für den EU-Wahlkampf gilt die gesetzliche Kostenbegrenzung von 7,14 Mio. Euro. Die Folgen einer Überschreitung sind allerdings nicht allzu drastisch; ÖVP und FPÖ haben sie bei der Nationalratswahl auch in Kauf genommen und die Kostengrenze bei weitem überschritten. (apa)