Noch besser ist das Heimatlandprinzip. Dann kann er sowieso nicht kommen und die Hand aufhalten.

Diskutiert wird auch eine europäische Arbeitslosenversicherung, nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung. Und zwar ein Fonds, der unterstützt, wenn es Schocks gibt und ein EU-Mitglied plötzlich mit großer Arbeitslosigkeit konfrontiert wird.

Das wäre verheerend. Erstens gibt es keine Schocks, die vom Himmel fallen, sondern strukturelle Entwicklungen, die eher dauerhaften Charakter haben und meistens auf lokale Politikfehler zurückzuführen sind. Zweitens führen solche Transfers zwischen den Ländern dazu, dass lokale Arbeitslosengelder, die ja automatisch auch Mindestlöhne sind, gestützt und erhalten werden können. Die Folge: Die Arbeitslosigkeit wird perpetuiert. Man nennt das "Holländische Krankheit". Länder, die Ressourcen haben, so wie eben Holland, das in den 60er Jahren Gas fand, können aus diesen Ressourcen ein Lohnniveau realisieren, das für die Industrie verheerend ist. Auch Norwegen leidet unter dieser Krankheit. Ob man nun Ressourcen ans Ausland verkauft oder Geld aus dem Ausland geschenkt bekommt, ist für die Wirkung auf die Industrie ungefähr gleich. Transfersysteme würden ganz Südeuropa in die dauerhafte Lethargie führen, ähnlich wie die erwähnten Beispiele aus Südspanien und Süditalien. Das würde Europa in die Stagnation führen und so sehr schwächen, dass es den Wettbewerb mit den anderen großen Mächten der Welt nicht bestehen könnte.