Neben den "nicht-westlichen" Einwanderern stehen Migranten aus dem Osten der EU in der Kritik, wenn auch in geringerem Ausmaß. Zwar war Dänemark nach der EU-Erweiterung ab 2004 neben Österreich und Deutschland das einzige Unionsland, in dem die siebenjährigen Übergangsbestimmungen zum Schutz des Arbeitsmarktes voll ausgeschöpft wurden. Lohndumping sorgt jedoch für Unmut. Berichte machen die Runde über ausgebeutete philippinische Lkw-Fahrer, die für osteuropäische Speditionen arbeiten und nicht den dänischen Tarifen unterliegen.

Auch Sozialhilfe soll missbraucht worden sein. "Die Regierung verlangt daher die Indexierung der Familienbeihilfe - und auch die Sozialdemokraten", so Jens Ringberg zur "Wiener Zeitung". Eine Anti-EU-Stimmung habe sich aber nicht entwickelt, sagt der Analyst des Dänischen Rundfunks. Er referierte anlässlich einer Veranstaltung des Forums Journalismus und Medien im Haus der EU.

Koranverbrenner vor Einzug
ins Parlament

Linke Aktivisten und Intellektuelle kritisieren an der Migrationspolitik der Mitte-rechts-Regierung insbesondere die dänische Abschiebepraxis. Familien und ihre Kinder lebten unter prekären Bedingungen, der Nachwuchs dürfe nicht die Schule besuchen, schildert Susi Meret. Nicht einmal Mahlzeiten dürften sich die Bewohner selber kochen. Und zur Überwachung sei die Gefängnispolizei abgestellt.

Dass die Asylpolitik der DF von den großen Parteien links und rechts der Mitte übernommen wurde, hat zwar zu einem Grundkonsens geführt, dank dem Migration nicht mehr das alles überschattende Thema ist. Im Wahlkampf geben die Bürger den Klimawandel als wichtigstes Feld an. Da die Dänische Volkspartei nun den Mainstream vertritt, etablieren sich rechts von ihr neue Gruppierungen. Die "Neuen Konservativen" wollen gar keine Asylwerber. "Strammer Kurs" möchte den Islam in Dänemark verbieten und die Muslime ausweisen. Dessen Anführer, Rasmus Paludan, zielt auf größtmögliche Provokation ab. Er zündete dutzendfach den Koran in Migrantenvierteln an und stellte die Videos online.

Paludan hat gute Chancen, die Zwei-Prozent-Hürde für den Einzug in das Parlament zu meistern. Mette Frederiksen kann dann den Genossen in Europa zeigen, dass sie neben Populisten auch Extremisten zu zähmen vermag.