Rom. Eine Gruppe von italienischen Parlamentariern der oppositionellen Demokratischen Partei (PD) hat am Donnerstag an Bord eines Schlauchbootes das Rettungsschiff "Sea-Watch 3" mit 42 Migranten erreicht, das am Donnerstagnachmittag die Einfahrt in den Hafen Lampedusas versucht hat. "Stopp mit dieser Grausamkeit", appellierten die Parlamentarier nach Medienangaben.

Die PD-Parlamentarier bestiegen mit einer Gruppe von Journalisten und Fotografen das Schiff vor der Insel Lampedusa. Sie wollen es nicht verlassen, bis eine Lösung für die Landung der Migranten erreicht wird.

Während noch keine Lösung für die 42 Migranten
in Sicht ist, konnten in der Nacht auf Freitag zwei Flüchtlinge an Land
gehen. Ein 19-Jähriger mit starken Schmerzen und sein minderjähriger
Bruder konnten die "Sea-Watch 3" verlassen, kündigte die Crew per
Twitter an.

Lage hat sich verschlechtert

Die Schiffskapitänin, Carola Rackete, erklärte, sie sei bereit gewesen, die Migranten an Bord von Schlauchbooten an Land gehen zu lassen. Sie sei jedoch von der italienischen Küstenwache zu Geduld aufgerufen worden, da eine "rasche Lösung" in Sicht sei.

"Die Lage an Bord hat sich verschlechter. Einige Migranten wollen ins Meer springen. Wir müssen in den Hafen gelangen, um Probleme zu vermeiden", so Rackete. Die Crew betonte, es seien über 24 Stunden vergangen, seitdem der Notstand gemeldet worden sei, wegen dem die deutsche Kapitänin zur Einfahrt in italienische Hochheitsgewässer gezwungen wurde. (apa)