Berlin/Wiesbaden. Es war der Wechsel in der Verteidigung: Vor einer Woche hatte der inhaftierte Stephan E. bestätigt, den deutschen CDU-Politiker Walter Lübcke getötet zu haben. Er habe die Tat alleine vorbereitet und durchgeführt. Heute zieht er laut seinem neuen Anwalt das Geständnis zurück, berichtete die "Bild.de". "Auf Antrag meines Mandanten hat es einen Verteidigerwechsel gegeben. Ich wurde als Pflichtverteidiger durch den BGH beigeordnet", zitiert die Zeitung den Dresdner Rechtsanwalt Frank Hannig. Nun hat Stephan E. das Geständnis widerrufen.

Der Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, der wegen seiner liberalen Haltung in der Flüchtlingsfrage seit längerem angefeindet worden war, war Anfang Juni erschossen worden. Der inhaftierte Hauptverdächtige Stephan E. hatte sich in seinem Geständnis als Einzeltäter ausgegeben, doch daran gibt es Zweifel. Inzwischen wurden zwei Männer in Untersuchungshaft genommen, über die sich Stephan E. die Tatwaffe besorgt haben könnte.