Gegen den deutsch-französischen Vorschlag sperrt sich Salvini aber weiter, wie er vor dem Pariser Treffen deutlich machte. "Es reicht mit den Entscheidungen, die nur in Paris und in Berlin getroffen werden", schrieb er auf seiner Facebookseite. "Italien ist nicht mehr bereit, alle Einwanderer, die in Europa ankommen, zu akzeptieren."

Italien will Identitäten bereits in Ausreiseländern prüfen

Italien und Malta haben ein Papier vorgelegt, das stattdessen Einrichtungen in den Nachbarregionen der Herkunftsländer von Migranten vorsieht. Dort soll die Identität der Ausreisewilligen zunächst überprüft werden. Dieser Vorschlag solle als Ausgangspunkt für eine "ganz neue Diskussion" über die EU-Einwanderungspolitik dienen, forderte Salvini.

Außenminister Alexander Schallenberg hatte Anfang vergangener Woche vor neuen Ideen für Flüchtlingsquoten gewarnt. "Zum Beispiel ein Verteilungsmechanismus innerhalb Europas schützt eigentlich nur die Schlepper in ihren Geschäftsmodellen", meinte er vor einem Außenministertreffen in Brüssel.

Hilfsorganisationen wollen weiter retten

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wollte am Montagnachmittag in Paris mit UNO-Flüchtlingshochkommissar Filippo Grandi und dem Leiter der Internationalen Organisation für Migration (IOM), António Vitorino, beraten.

Die Hilfsorganisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen wollen ungeachtet des Streits in der EU die Seenotrettung auf dem Mittelmeer wieder aufnehmen. Das neue Rettungsschiff "Ocean Viking" soll dort Ende des Monats einsatzbereit sein, wie beide Organisationen am Wochenende ankündigten. Sie hatten auf Druck Italiens ihre Aktivitäten mit dem Schiff "Aquarius" Ende 2018 vorerst eingestellt. Die Ankündigung kommt einen Monat, nachdem die deutsche Kapitänin Carola Rackete in Italien festgesetzt wurde. Rackete hatte ihr Schiff "Sea-Watch 3" mit 40 Flüchtlingen an Bord trotz eines Verbots in den Hafen von Lampedusa gesteuert. (apa, afp)