Auf Jahrzehnte vergiftet

In Ungarn verdienen sich derweil nicht nur die heimischen Oligarchen mit EU-Geld eine goldene Nase. Mitarbeiter der Vienna Capital Partners unter Gründer Heinrich Pecina kauften 2017 ein Zeitungspaket, das auch ungarische Regionalblätter umfasste. Noch im selben Jahr wurden diese veräußert - wie 2016 an den "Strohmann" Orbáns, Lörinc Mészáros. Das seriöse ungarische Medium "G7" berichtet, beide Deals hätten der Gruppe um Pecina umgerechnet fast zwölf Millionen Euro Gewinn eingebracht. Plus statt Pluralismus.

Seit dem Amtsantritt Orbáns ist Ungarn im weltweiten Pressefreiheits-Index der NGO Reporter ohne Grenzen von Platz 23 auf Rang 87 abgestürzt. Selbst wenn der Premier von einem Tag auf den anderen abtreten würde, betont Krisztina Rozgonyi: "Der Rassismus, die Intoleranz und die Agitation, die Orbáns Medien im Laufe der Jahre in Ungarn verbreitet haben, werden nicht von einem Tag auf den anderen verschwinden. Das gesellschaftliche Klima in Ungarn ist für die nächsten Jahrzehnte vergiftet."