"Trotz des Erstarkens der Rechtspopulisten wird das größte Problem Spaniens wohl die Unregierbarkeit sein", meinte Experte Simon. Zu großen Gewichtsverschiebungen zwischen dem linken und dem rechten Lager wird es im Vergleich zu den Wahlen im April wohl kaum kommen, weil Sozialisten und Konservative auf Kosten ihrer Bündnispartner zulegen werden. Kein Lager wird eine regierungsfähige Mehrheit erreichen.

Sozialisten wie Konservative schlossen bereits kategorisch eine Große Koalition aus. Und auch die Gräben innerhalb der Lager sind tief - vor allem im Linksblock. Die gescheiterten Koalitionsgespräche zwischen Sozialisten und Podemos führten im September zum völligen Zerwürfnis zwischen den beiden Formationen und zu den zweiten Neuwahlen in diesem Jahr. Nun bleibt abzuwarten, wie sich vor allem die 35 Prozent der noch Unentschiedenen am Sonntag verhalten werden. Auch die hohe Wahlenthaltung wird eine wichtige Rolle bei der Gewichtsverteilung spielen. Insgesamt sind 37 Millionen Bürger aufgerufen, 350 Parlamentsabgeordnete zu wählen.