Der deutsche Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat am Donnerstag seinen Gesetzentwurf zur Impfpflicht im Bundestag vorgelegt, der mit Mehrheit zugestimmt hat. Spahn argumentierte: "Wir wollen, dass niemand mehr an Masern erkranken muss". Laut dem Masernschutzgesetz müssen Kinder ab März 2020 in einem Kindergarten, Hort oder Schule nachweisen, dass sie geimpft sind. Es sollen Strafen bis zu 2500 Euro drohen.

Die Impfpflicht gilt auch für Tagesmütter und für das Personal in solchen Einrichtungen sowie im Gesundheitswesen und anderen Gemeinschaftseinrichtungen. Ungeimpfte Kinder dürfen in Kindergärten etc. nicht mehr aufgenommen werden. Kinder und Personal, das zum Zeitpunkt des Inkraftretens des Gesetzes im kommenden März schon in einer Tagesstätte, Schule oder Gemeinschaftseinrichtung sind, müssen die Impfung bis spätestens 31.Juli 2021 nachweisen.

Hintergrund für den verpflichtenden Impfschutz ist ein weltweiter Anstieg der Infektionen. In Deutschland wurden im vergangenen Jahr 543 Fälle gemeldet. In den ersten Monaten dieses Jahres schon mehr als 400 Fälle.

Weniger Masern-Häufigkeit als in Österreich

In den Sommermonaten wurden in Österreich seit Jahresbeginn 134 Masern-Fälle registriert. Damit liegt die Häufigkeit in Österreich höher als in Deutschland. Im ganzen Jahr 2018 waren es in Österreich 77 Erkrankungen. Im bisherigen Jahr gab es die meisten Masern-Erkrankungen in der Steiermark (38), in Wien (31), in Kärnten (25) und in Salzburg (17).