Brüssel. Die Zahl unerlaubter Grenzübertritte in die EU über das östliche Mittelmeer ist 2019 fast um die Hälfte gestiegen - obwohl es EU-weit einen deutlich Rückgang gab. Mit einem Zuwachs von 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahr lag der Wert bei 82.564, wie die EU-Grunzschutzagentur Frontex am Freitag in Brüssel mitteilte.

Frontex-Direktor Fabrice Leggeri führte dies vor allem auf die instabile Lage in Syrien und Afghanistan zurück. Aber auch geringere wirtschaftliche Chancen für Afghanen im Iran sowie ein verminderter Zugang zum saudi-arabischen Arbeitsmarkt hätten dazu beigetragen.

Vor allem auf Griechenland nahm der Druck im vergangenen Jahr deutlich zu. Auf den Inseln Chios, Lesbos, Samos, Leros und Kos leben derzeit mehr als 42.000 Migranten unter teils prekären Umständen. Noch im April 2019 waren es nur 14.000 Menschen gewesen.

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Leggeri betonte, dass auch die Türkei, aus der viele Migranten nach Griechenland kommen, mit einem erhöhten Migrationsdruck zurechtkommen müsse. "Aber wir sehen auch, dass die türkische Küstenwache sehr gut arbeitet, um sie abzufangen", sagte der Frontex-Direktor mit Blick auf die Ägäis.

Noch größer als über die östliche Mittelmeerroute war der Zuwachs unerlaubter Grenzübertritte allerdings am Westbalkan. Hier stieg die Zahl nach Frontex-Angaben sogar um 143 Prozent auf 14.183 Fälle.

Illegale Einreisen EU-weit
auf tiefstem Stand seit 2013

Für die gesamte EU war die Zahl der illegalen Einreisen im vergangenen Jahr hingegen so gering wie seit 2013 nicht. So hat die Grenzschutztruppe insgesamt gut 134.000 unerlaubte Grenzübertritte festgestellt - im Vorjahr waren es sechs Prozent mehr gewesen. 2015, als sich besonders viele Migranten auf den Weg nach Europa machten, lag die Zahl der Fälle bei 1,8 Millionen.

Der Rückgang ist laut Frontex vor allem auf eine geringe Nutzung der zentralen Mittelmeerroute nach Italien und Malta (minus 41 Prozent) und der westlichen Mittelmeerroute nach Spanien (minus 58 Prozent) zurückzuführen.