"Es besteht jetzt kein Grund darin, innerhalb von 24 Stunden irgendeine eine Entscheidung zu treffen", warnte die scheidende CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer Freitagabend vor einer übereilten Entscheidung über ihre Nachfolge. Angesichts der internationale Lage und der Bedeutung Deutschlands müsse man immer auch die Stabilität des Landes im Blick behalten - "auch bei parteipolitischen Entscheidungen", erklärte sie in der ARD.

Kramp-Karrenbauer bestätigte, dass sie in der nächsten Woche Einzelgespräche "mit den drei potenziellen Kandidaten" führen werde. "Erst danach kann man sehen, wie es weitergeht." Am darauffolgenden Montag, also am 24. Februar, werde sie die CDU-Spitzengremien über die Gespräche informieren. Dann werde man über das weitere Vorgehen beraten und auch festlegen, wie es weitergehen solle.

Personelle Frage vor dem Sommer klären

Die CDU-Vorsitzende hatte am Montag ihren Verzicht auf die Kanzlerkandidatur erklärt, auch für die Parteispitze will sie nicht mehr kandidieren. Ihr Ziel sei es, die personellen Fragen vor der Sommerpause zu klären, bekräftigte sie am Freitagabend in ARD und ZDF. Vom Präsidium sei sie gebeten worden, keine Zeitpläne zu nennen, sondern erst die Gespräche mit den Interessenten zu führen.

Nach dpa-Informationen will sich Kramp-Karrenbauer am kommenden Dienstag mit dem früheren Unionsfraktionschef Friedrich Merz treffen. Merz hat eine definitive Festlegung in der Öffentlichkeit bisher zwar vermieden, aus seinem engsten Umfeld heißt es aber, er sei zu einer Kandidatur entschlossen. Neben ihm werden der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet und Gesundheitsminister Jens Spahn als aussichtsreiche Kandidaten gehandelt.

Laschet und Spahn halten sich bedeckt

Beide halten sich bisher aber bedeckt. Laschet erklärte am Freitagabend bei einer CDU-Veranstaltung im hessischen Kelkheim, er werde "nicht einmal eine Andeutung" zu diesen Thema machen. "Die Vorsitzende redet kommende Woche mit allen Dreien und danach wird sich zeigen, wie gehen wir diesen Weg und vor allem mit welchem Zeitplan", sagte er.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) erklärte am Rande der Veranstaltung: "Alle drei haben das Zeug dazu, eine solche Aufgabe wahrzunehmen. Da gibt es keine Abstufung nach dem Motto: geeignet oder ungeeignet."

Der rheinland-pfälzische CDU-Fraktionschef Christian Baldauf plädierte erneut dafür, vor der Sommerpause auf einem Sonderparteitag zu einer Lösung zu kommen. "Ich halte das für dringend geboten, damit wir uns wieder wichtigen inhaltlichen Fragen zuwenden können", sagte der stellvertretende Landesvorsitzende, der auch CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2021 ist, der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. (apa)