Russlands Staatschef Wladimir Putin hat seinen oft als einen der führenden "Ideologen" bezeichneten Berater Wladislaw Surkow seines Postens enthoben. Putin habe ein entsprechendes Dekret unterschrieben, teilte der Kreml am Dienstag in Moskau mit. Der 55 Jahre alte Kremlberater galt als Moskaus Drahtzieher des blutigen Konflikts in der Ostukraine.

Die Hintergründe für die Personalie sind offiziell nicht bekannt, Gerüchte dazu gab es aber bereits seit langem. Experten gehen davon aus, dass angeblich ein Kurswechsel in der Ukraine-Politik dazu geführt haben soll.

Seit 2013 Berater Putins

In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass Surkow im Kreml nicht mehr für Ukraine-Angelegenheiten zuständig sei. Er wurde von Putins Vertrauten Dmitri Kosak als russischer Chefunterhändler bei der Lösung des Ukraine-Konflikts abgelöst. Ob Surkow möglicherweise einen neuen Posten bekommt, war zunächst nicht bekannt.

Surkow arbeitete ab 1999 in der Präsidialverwaltung; ab 2013 war er Berater Putins. Von Kritikern wurde Surkow aufgrund seiner Nähe zum Präsidenten auch als "Putins Rasputin" oder auch als dessen "Einflüsterer" beschrieben.

Im Zuge der Ukraine-Krise wurde Surkow von der Europäischen Union mit einem Einreiseverbot belegt. Trotzdem reiste er 2016 an der Seite Putins zu einem Krisentreffen nach Berlin.