Der EU-Ratspräsident Charles Michel hat nach einer ersten Tischrunde die Gespräche unter vier Augen mit den europäischen Staats- und Regierungschefs über das nächste EU-Budget begonnen. Ein Sprecher teilte Donnerstagabend mit, die Gipfelrunde sei unterbrochen. Ein neuer Vorschlag für den Finanzrahmen der EU für 2021 bis 2027 soll dem Vernehmen nach in der Nacht auf den Tisch kommen.

Diesen haben die EU-Mitgliedsländer dann zu prüfen. In der Früh sollen die Verhandlungen fortgesetzt werden, hieß es. Wie lange die Vier-Augen-Gespräche dauern war zunächst offen. Die vier Nettozahler Österreich, Dänemark, Schweden und Niederlande wollen geschlossen gegenüber Michel auftreten.

Die Vier-Augen-Gespräche beim EU-Sondergipfel in Brüssel sollen jedenfalls nach der Reihe der rotierenden EU-Ratspräsidentschaften stattfinden, wie der Sprecher von Michel, Barend Leyts, auf Twitter mitteilte. Dies bedeutet, dass Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) spät an der Reihe ist, denn Österreich hatte erst 2018 seine EU-Ratspräsidentschaft.

Den Anfang mache der kroatische Premierminister Andrej Plenkovic, dessen Land derzeit den EU-Vorsitz innehat, twitterte der Sprecher von Michel. Diplomaten zufolge dürften diese Gespräche bis Mitternacht dauern. Danach könnte der Gipfel noch einmal in der Runde der 27 zusammenkommen.

Das sogenannte Beichtstuhlverfahren hat Tradition in der EU. Dabei versucht der Ratspräsident in Einzelgesprächen mögliche Kompromisse und rote Linien der Regierungschefs auszuleuchten. Auf Grundlage dieser Gespräche soll dann ein neuer Kompromissvorschlag erstellt werden. (apa/kle)