Der Attentäter von Hanau soll einem "Spiegel"-Bericht zufolge 2019 Schießtrainings in der Slowakei absolviert haben. Den Ermittlern lägen Erkenntnisse vor, dass er dort mindestens zweimal an Gefechtstrainings einer privaten Sicherheitsfirma teilgenommen habe, berichtete das Magazin am Freitag vorab. Als Ausbilder fungierten dort demnach ehemalige Militärs und Spezialeinsatzkräfte.

Als zentralen Antrieb des 43-Jährigen vermuten dem Bericht zufolge Polizeipsychologen dessen Wahnvorstellungen über eine vermeintliche Geheimorganisation, die ihn angeblich überwache. Gleichzeitig gingen die Experten davon aus, dass der Täter ein überzeugter Rassist war. Abschließende Erkenntnisse über die Motivation des Attentäters solle ein psychiatrisches Gutachten ergeben, das der Generalbundesanwalt in Auftrag gegeben habe.

Das Bundeskriminalamt (BKA) hatte diese Woche deutlich gemacht, dass es nach wie vor von einem rassistisch motivierten Anschlag ausgeht. "Das BKA bewertet die Tat als eindeutig rechtsextremistisch", erklärte Präsident Holger Münch. "Die Tatbegehung beruhte auf rassistischen Motiven."

In Hanau hatte am 19. Februar  der 43-Jährige neun Menschen mit ausländischen Wurzeln getötet. Später wurden er und seine Mutter tot aufgefunden. Die Ermittler arbeiten derzeit an einem Abschlussbericht zu der Tat.