Der britische Premierminister Boris Johnson ist von der Intensivstation entlassen worden. Er sei wieder auf die normale Krankenstation verlegt worden, sagte ein Regierungssprecher am Donnerstagabend. Dort werde Johnson "während der ersten Phase seiner Erholung" engmaschig überwacht. Der Premier sei sehr guter Dinge. Damit blieb ihm eine vierte Nacht auf der Intensivstation erspart.

Johnson laboriert an einer hartnäckigen Covid-19-Erkrankung. Zehn Tage nach der Feststellung der Erkrankung war er am Sonntag ins Spital gebracht und einen Tag später auf die Intensivstation verlegt worden. Nach offiziellen Angaben wurde er dort mit Sauerstoff versorgt, jedoch nicht beamtet. Sein Zustand soll sich verbessert haben. Seit Montagabend übt Außenminister Dominic Raab die Amtsgeschäfte des Regierungschefs aus.

Wann Johnson die Regierungsgeschäfte wieder übernehmen kann, war zunächst unklar. Seine schwere Erkrankung und seine Verlegung auf die Intensivstation inmitten der Coronakrise hatten Großbritannien in einen Schockzustand versetzt. Er ist der ranghöchste Politiker weltweit, der mit dem neuartigen Coronavirus infiziert ist. Die Verlegung eines Premierministers auf die Intensivstation während eines nationalen Ausnahmezustands war ein beispielloser Vorgang.

Der Höhepunkt der Pandemie ist in Großbritannien nach Ansicht von Experten noch nicht erreicht. Bis Mittwochabend wurden der Regierung zufolge 881 neue Todesfälle verzeichnet. Insgesamt stieg die Zahl der Toten damit auf knapp 8000. Nicht eingerechnet sind dabei bisher die Sterbefälle in Pflegeheimen. Die Zahl der positiv getesteten Personen in Großbritannien stieg auf 65.077. (reu/dpa)