Im Kampf gegen das Coronavirus startet Italien ab dem 4. Mai mit groß angelegten Antikörpertests. 150.000 Italiener sollen sich auf gesamtstaatlicher Ebene dem Test unterziehen, mit dem festgestellt werden soll, wer in Kontakt mit dem Coronavirus gekommen ist, berichtete der für die Coronavirus-Krise zuständige Regierungskommissar Domenico Arcuri am Samstag.

Die Personen sollen aufgeteilt in sechs Altersgruppen, Berufe und Herkunftsregionen getestet werden. Mit dem Test wollen die italienischen Behörden feststellen, wer Antikörper gegen den Erreger entwickelt hat, und ein Bild der Verbreitung des Virus im Land zu erhalten. Geprüft wird die Möglichkeit, eine amtliche Bescheinigung für die Immunität auszustellen. Diese könnte vor allem in Hinblick auf die sogenannte "Phase 2" wichtig sein, in der die Regierung einige Maßnahmen lockern will. Die Ausgangssperre soll voraussichtlich ab dem 4. Mai gelockert werden.

WHO kritisiert Immunitätsnachweise

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte jedoch jüngst vor der Ausgabe von Immunitätsnachweisen an Personen mit durchgemachter Covid-19-Erkrankung gewarnt. Die Annahme, dass Antikörper im Blut immun gegen das Virus machen, sei nämlich nicht ausreichend wissenschaftlich gedeckt.

Die italienische Regierung will indes auch einen Höchstpreis für Atemschutzmasken festsetzen, die an die Bürger verkauft werden. Damit soll der Spekulation Einhalt geboten werden. Die Entscheidung wurde getroffen, nachdem jüngst Atemschutzmasken zu überhöhten Preisen verkauft worden waren. In Hinblick auf die Lockerung der Ausgangssperre sollen Atemschutzmasken an Sicherheitskräfte, Beamte und Bedienstete der Nahverkehrsgesellschaften verteilt werden. (apa)