Prishtina. Der kosovarische Präsident Hashim Thaci beendet seine politische Karriere. Das teilte er am Freitag gegenüber dem TV-Sender RTK mit. "Bei den nächsten Wahlen werde ich kein Präsidentschaftskandidat sein", sagte Thaci. Seine aktuelle Amtszeit als Staatsoberhaupt läuft im April 2021 ab.

Auch wolle er weder im Parlament noch in der Regierung ein Amt übernehmen, präzisierte der 52-Jährige. Die Gründe für seine Entscheidung gab Thaci, der in Politik des Kosovo seit dem Kriegsende im Juni 1999 aktiv ist, nicht an.

 

Premier, Außenminister, Präsident

Während des Kosovo-Krieges war Thaci politischer Direktor der Kosovo-Befreiungsarmee (UCK), der kosovo-albanischen Milizen, die um die Unabhängigkeit der damaligen südserbischen Provinz gegen die serbischen Sicherheitskräfte kämpften. Nach Kriegsende im Jahr 1999 gründete er die Demokratische Partei (PDK), an deren Spitze er bis 2016 stand.

Thaci, der von 1999 bis 2000 und von 2008 bis 2014 kosovarischer Ministerpräsident und danach von 2014 bis 2016 auch Außenminister war, führte bisher den Normalisierungsdialog mit Belgrad, der seit November 2018 allerdings auf Eis liegt. Der neue kosovarische Regierungschef Avdullah Hoti kündigte jedoch bereits an, künftig für den Dialog mit Belgrad zuständig zu sein. Die Wiederaufnahme der Gespräche wird noch im Juni erwartet, nachdem die kosovarische Regierung am vergangenen Wochenende alle Hindernisse für den serbischen Export in den Kosovo aufhob.

Anklagen gegen Thaci?

Ob die Ankündigung Thacis eventuell mit Ermittlungen zusammenhängt, die vom Kosovo-Sondergericht für Kriegsverbrechen der UCK in den Jahren 1998-99 geführt wurden, ist nicht bekannt. Dem Gericht liegen derzeit soweit bekannt einige Anklagen vor, die aber noch nicht bestätigt und daher auch nicht veröffentlicht wurden. (apa)