In Italien hat am (heutigen) Montag die "Phase 3" mit weiteren Lockerungen der wegen der Coronavirus ergriffenen Maßnahmen begonnen. Angesichts der Grenzöffnungen innerhalb der EU sind seit Montag 25 Flughäfen wieder offen, darunter der Terminal 1 des größten norditalienischen Flughafens, Mailand Malpensa. Erwartet wird in der zweiten Juni-Hälfte eine Zunahme des Flugverkehrs.

Ab Montag öffnen Kinos und Theater. Zugelassen sind bei Konzerten maximal 200 Zuschauer, bei Freiluftkonzerten bis zu 1.000 Personen. Die Regierung will vor allem Freiluftkinos fördern, wo der Abstand zwischen Menschen leichter eingehalten werden kann.

Thermen und Wellnesszentren dürfen in Regionen mit niedrigen Fallzahlen wieder Gäste empfangen. Auch Bingo-Säle und Spielhallen machen auf, im Gegensatz zu Diskotheken, die erst am 14. Juli wieder öffnen dürfen. Auch Vergnügungsparks und Sommercamps für Kinder starten.

Cateringgesellschaften können wieder Buffets organisieren, etwa bei Hochzeiten. Gäste werden sich jedoch nicht selber bedienen dürfen, sondern müssen auf Kellner warten, die Mund-Nasen-Schutz und Handschuhe beim Servieren tragen. Die Tische müssen so aufgestellt werden, dass zwischen den Gästen ein Abstand von mindestens einem Meter gesichert ist. Auch Volksfeste sind wieder erlaubt.

Lombardei bleibt Hotspot

Italiens Oberster Gesundheitsrat (CTS) ist, was die Entwicklung der epidemiologischen Kurve betrifft, optimistisch. Laut CTS-Präsident ist die Lage der aktuellen Covid-19-Patienten nicht mehr so akut wie im Februar. Es gebe jedoch keine Beweise, dass das Virus schwächer geworden sei, wie einige Virologen behaupten. In elf der 20 italienischen Regionen wurden am Sonntag keine Todesopfer gemeldet.

Die Hälfte der neuen Infektionsfälle italienweit wurde weiterhin in der Lombardei gemeldet. Daher beschloss der lombardische Präsident, Attilio Fontana, dass die Bürger bis Ende Juni noch Schutzmasken tragen müssen. "Ich bitte die Lombarden um ein weiteres Opfer. Sie werden auch bei der Hitze bis Ende Juni Mundschutz tragen müssen, doch wir dürfen im Kampf gegen die Epidemie nicht nachlassen."

Seit Montag ist in ganz Italien die Warn-App "Immuni" im Kampf gegen die Corona-Pandemie aktiv. Die Anwendung auf dem Smartphone soll Bürgern einen Hinweis senden, wenn sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben. (apa)