EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ruft die Europäischen Staats- und Regierungschefs auf, nationale Interessen zurückzustellen, um die Coronakrise zu bewältigen. "Ich bin überzeugt, dass wir uns für den gemeinsamen Erfolg auf das große Bild konzentrieren müssen", sagte sie am Freitag vor dem EU-Videogipfel zum nächsten EU-Budget und dem Wiederaufbauplan der EU-Kommission.

"Es kommt darauf an, dass wir alle an einem Strang ziehen", so die Kommissionschefin. Den Vorschlag der EU-Behörde in Brüssel bezeichnete sie in ihrer Videobotschaft als "mutig und gut ausgewogen". Der "Next Generation EU" genannte Aufbaufonds zur Bewältigung der Coronakrise wird ihrer Ansicht nach Europa "modernisieren".

"Wir haben Next Generation EU so konzipiert, dass Europa während der Erholungsphase widerstandsfähiger, nachhaltiger und digitaler wird", so von der Leyen, die sich "ein Europa, dass den Stürmen der Welt besser trotzen kann - und für künftige Generationen ein sicheres Zuhause ist" wünschte.

Der Plan der EU-Kommission sieht vor, auf dem Kapitalmarkt 750 Milliarden Euro für den "Next Generation EU" genannten Aufbaufonds aufzunehmen. Zusammen mit dem neuen Europäischen Haushalt für die Jahre 2021 bis 2027 ergibt dies ein vorgesehenes Investitionsvolumen von 1.850 Mrd. Euro.

"Das Paket hilft nicht nur den Volkswirtschaften der Länder, die am härtesten vom Virus getroffen waren", so die Chefin der EU-Behörde in Brüssel. "Es hilft genauso den Mitgliedstaaten, deren Volkswirtschaften durch den Stillstand geschwächt wurden." Ihrer Ansicht nach muss Europa "jetzt investieren und reformieren, um aus der Krise herauszukommen". Dies sei eine "Chance, die Europa nicht verpassen darf", ist sie überzeugt.