Die EU-Staaten haben sich auf ein Ende der wegen der Corona-Krise verhängten Einreiseverbote für 14 Drittstaaten ab 1. Juli verständigt. Wie der EU-Rat am Dienstag mitteilte, fällt das Einreiseverbot für Algerien, Australien, Kanada, Georgien, Japan, Montenegro, Marokko, Neuseeland, Ruanda, Serbien, Südkorea, Thailand, Tunesien und Uruguay.

Zusätzlich setzen die EU-Staaten auch China auf die Liste. Für China gilt allerdings als zusätzliche Bedingung, dass das Land seinen Einreisestopp für EU-Bürger beendet.

 

Aktualisierung alle zwei Wochen

Allerdings ist die Liste für die Mitgliedstaaten "nicht rechtlich bindend", wie der EU-Rat erklärte. "Die Behörden der Mitgliedsstaaten bleiben für die Umsetzung des Inhalts der Empfehlung verantwortlich." Die Länder-Liste soll nach dem Beschluss zudem alle zwei Wochen aktualisiert werden.

Hauptkriterium für eine Aufhebung der Beschränkungen ist, dass die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den Ländern in den vergangenen 14 Tagen mindestens so niedrig wie im EU-Durchschnitt ist. Zudem muss es bei den Infektionen einen "stabilen oder sich verringernden Trend" geben und die Antwort der jeweiligen Regierungen auf die Corona-Pandemie gewissen Standards entsprechen.

Bestehen blieben die EU-Einreiseverbote für Staaten mit weiter hohen Infektionszahlen wie die USA, Brasilien und Russland.

Reisewarnung Österreichs für Westbalkan-Länder?

Angesichts der steigenden Corona-Zahlen in der Region vollzieht die österreichische Regierung möglicherweise eine 180-Grad-Wende in der Frage der Grenzöffnung auf den Westbalkan. Wie "Die Presse" berichtet, soll am Mittwoch eine Reisewarnung für Serbien, Bosnien-Herzegowina, den Kosovo, Nordmazedonien und Albanien verkündet werden. "Vermutlich" soll es auch eine Reisewarnung für Montenegro geben. Im Außenministerium wollte man den Bericht der Zeitung auf APA-Anfrage weder bestätigen noch dementieren.

Die Maßnahme soll dem Vernehmen nach in der Region familiär verwurzelte Österreicher oder Drittstaatsangehörige davon abbringen, ihren Sommerurlaub in jenen Westbalkan-Staaten zu verbringen. Am bestehenden Grenzregime ändert sich nichts, gilt doch schon bisher eine 14-tägige Pflichtquarantäne oder die Vorlage eines negativen Corona-Tests für die Einreise aus diesen Staaten. (apa, afp)