Die griechische Regierung will einem Bericht zufolge Migranten demnächst mit schwimmenden Barrieren daran hindern, von der Türkei nach Lesbos überzusetzen. Der Plan sei bereits im Jänner entworfen worden und die Kunststoffbarrieren damals bestellt worden. In den kommenden Tagen sollen sie nun vor der Insel Lesbos installiert werden, berichtete das Nachrichtenportal "Real" am Dienstag.

Kreise der Küstenwache wollten diese Nachricht am Dienstag weder bestätigen noch dementieren. Die Barriere werde 2,7 Kilometer lang, 1,10 Meter hoch und mit Leuchten ausgestattet sein, um aus einer Distanz von zehn Kilometern ersichtlich zu sein. Das berichtete eine Quelle im griechischen Verteidigungsministerium der Nachrichtenagentur AFP.

Athen hat seit März strenge Überwachungsmaßnahmen entlang der gesamten Grenzlinie mit der Türkei eingerichtet. Sie sind eine Folge der Politik des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Dieser hatte im März die Grenze zu Griechenland und damit zur EU für Migranten für offen erklärt. Daraufhin machten sich Tausende Menschen auf dem Weg gen Westen. Die griechischen Sicherheitskräfte hatten damals Übertritte verhindert. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte sich bei den Griechen dafür bedankt, der "europäische Schild" zu sein.

Hunderte neue Grenzpolizisten eingestellt

Die konservative griechische Regierung hat in den vergangenen Monaten Asylverfahren beschleunigt und Hunderte neue Grenzpolizisten eingestellt. Zudem baut sie einen Zaun entlang der Landesgrenze mit der Türkei aus. Migrationsminister Notis Mitarakis sagt immer wieder, die Regierung sei von der Verfassung dazu verpflichtet, die Grenzen des Landes und der EU auch im Meer zu schützen: "Wir können kein offenes Feld ohne Grenzen sein". Menschenrechtler kritisieren dieses Vorgehen als "Pushback" (Zurückweisung). (apa, dpa, afp)