Nach Protesten von mehreren tausend Menschen und heftigen, mehrstündigen Ausschreitungen in Belgrad hat Serbiens Präsident Aleksandar Vucic am Mittwochnachmittag seine Ankündigung über die Verhängung einer Ausgangssperre am kommenden Wochenende wieder rückgängig gemacht.

Die Ministerpräsidentin Ana Brnabic und der Krisenstab würden am Donnerstag über andere Restriktionsmaßnahmen entscheiden, um die Epidemie einzudämmen, sagte Vucic bei einer Pressekonferenz mit dem Hinweis, dass er selbst weiterhin eine Ausgangssperre als einen schnelleren Weg zur Lösung des Problems befürworten würde.

Die Ausschreitungen vor dem Parlament, für die Vucic Rechtsextremisten verantwortlich machte, würden laut dem serbischen Präsidenten die "brutalste politische Gewalt seit Jahren" darstellen. Diese sei gut organisiert worden, meinte er ferner. Vucic sprach auch von der "Verwicklung von Funktionären regionaler Nachrichtendienste" in die Ausschreitungen, ohne jedoch Konkreteres anzugeben.

Die Zahl der Coronavirus-Infizierten hat in den letzten 24 Stunden mit weiteren 358 Erkrankten einen neuen Tagesrekord erreicht. Bisher wurden landesweit insgesamt 17.077 Erkrankte und 341 Tote registriert. (apa)