Nach einer mehrstündigen friedlichen Kundgebung in Belgrad ist eine Gruppe Demonstranten am Abend gewaltsam in das serbische Parlament eingedrungen. Protestierende warfen Steine und Flaschen auf die Fenster des Parlamentsgebäudes. Es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei. Noch am Vorabend hatten Demonstranten bei einer Sitzkundgebung Randalierer am Eindringen in das Parlament gehindert.

Ungeachtet des Rückziehers von Präsident Aleksandar Vucic gehen seit Tagen Tausende in Serbien gegen die Corona-Schutzmaßnahmen der Regierung auf die Straßen. Dabei setzte die Polizei immer wieder Tränengas und Knüppel ein. Demonstranten warfen Steine und Feuerwerkskörper. Vucic hatte zwar eine geplante Ausgangssperre zurückgenommen, dafür aber Ansammlungen von mehr als 10 Personen verboten, weil die Zahl der Corona-Infektionen wieder zunimmt.

71 Personen festgenommen

Am Samstag meldete die serbische Polizei, dass 71 Menschen bei den Protesten vom Vortag festgenommen wurden. Unter ihnen seien "viele ausländische Staatsbürger", sagte Polizeichef Vladimir Rebic. Die Festgenommenen seien anderem aus Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Großbritannien und Tunesien. Rebic kündigte an, diese "ausländischen Faktoren" bei den Ermittlungen zu den Demonstrationen zu berücksichtigen. (apa, afp)