Für erheblichen Ärger sorgt im Baskenland und in Galicien der Ausschluss von rund 500 Corona-Infizierten von den Wahlen. Der angesehene Professor für Verwaltungsrecht, Andres Betancor, betonte im Interview mit der Zeitung "El Mundo", Kranke dürften zwar unter Quarantäne gestellt werden, die Ausübung ihres Wahlrechts aber müsse auch dann garantiert sein, wenn diese zuvor nicht von der Möglichkeit der Briefwahl Gebrauch gemacht hätten.

Die Wahl für neue Regionalregierungen findet unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt. Ausreichender Sicherheitsabstand, Maskenpflicht, Handhygiene am Eingang, Wahlkabinen ohne Vorhänge und eine gute Lüftung der Wahllokale sollten das Risiko einer Corona-Ansteckung verringern. Dennoch stehen die Angst vor neuen Infektionen und Sorgen wegen einer befürchteten niedrigen Wahlbeteiligung im Vordergrund. Rund vier Millionen Menschen sind stimmberechtigt, das entspricht in etwa elf Prozent aller Wahlberechtigten in Spanien.

Beim Ergebnis werden nach einem Wahlkampf auf Sparflamme kaum Überraschungen erwartet. Umfragen sahen in beiden Regionen die bisher regierenden Parteien vor einem erneuten Sieg. Im Baskenland sind das die beiden separatistischen Koalitionsparteien, die liberale PNV und linke EH Bildu, in Galicien die konservative Partido Popular (PP). Die sozialdemokratisch geprägte spanische Regierungspartei PSOE von Ministerpräsident Pedro Sanchez spielt in beiden Regionen keine entscheidende Rolle. Den Wahlen wird deshalb auch kein Testcharakter für die umstrittene Corona-Politik der Regierung Sanchez beigemessen. (apa, dpa)