Rund ein Viertel aller Asylanträge in der EU wird von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren gestellt. 2019 stammten laut Eurostat über 192.000 Asylanträge von Minderjährigen. Mehr als 14.000 Asylanträge kamen von unbegleiteten Minderjährigen - das sind sieben Prozent jener Asylwerber, die noch nicht das 18. Lebensjahr vollendet haben und rund fünf Prozent der Asylwerber insgesamt.

EU-weit halbierte sich 2017 die Zahl der Anträge von der Unter-18-Jährigen nach einem rasanten Anstieg 2015 und 2016 (fast 380.000), und sank weiter im Jahr 2018. 2019 stieg sie nun erstmals wieder leicht an (14.025).

In Österreich fand der Rückgang schon von 2015 (31.655) auf 2016 (17.365) statt. 2018 halbierte sich die Zahl der Asylanträge von Kindern und Jugendlichen hierzulande erneut auf 6.375. Mit 5.900 Anträgen von Minderjährigen setzte sich der Abwärtstrend 2019 in Österreich entgegen dem EU-Trend fort.

Der Anteil der unbegleiteten minderjährige Flüchtlinge stieg in Österreich hingegen um 120 Prozent. Mit 860 Anträgen liegt diese Zahl zwar weit entfernt von jener des Jahres 2015, wo mit 8.275 Ankünften von unbegleiteten Minderjährigen ein absoluter Höchststand verzeichnet wurde. Bis 2018 ging die Zahl dann markant zurück und lag mit nur 360 so niedrig wie seit zehn Jahren nicht mehr. Den Anstieg von 2018 auf 2019 erklärte das EU-Asylbüro EASO vor einigen Monaten mit der wieder höher frequentierten Balkanroute, entlang derer der Anteil von Kindern und Jugendlichen besonders hoch sei.

Neben Österreich verzeichneten der Statistikbehörde zufolge auch Belgien (plus 63 Prozent) und Griechenland (plus 26 Prozent) sowie Slowenien (plus 21 Prozent) 2019 hohe Anstiege bei den Anträgen unbegleiteter Minderjähriger.

Auf EU-Ebene wurde im vergangenen Jahr die größte Anzahl der als unbegleitete Minderjährige eingestuften Asylbewerber in Griechenland registriert (3.300 unbegleitete Minderjährige bzw. 24 Prozent), gefolgt von Deutschland (2.700 bzw. 19 Prozent), Belgien (1.200 bzw. neun Prozent) und den Niederlanden (1.000 bzw. acht Prozent).

Afghanistan ist laut dem europäischen Statistikamt das Hauptherkunftsland von Asylwerbern in der EU, die noch nicht das 18. Lebensjahr vollendet haben. EU-weit kamen 2019 30 Prozent aller unbegleiteten Minderjährigen aus Afghanistan, an zweiter Stelle folgten syrische und pakistanische Jugendliche mit zehn Prozent sowie Minderjährige aus Somalia, Guinea und Irak mit jeweils fünf Prozent. Von den 1.400 Syrern, die im Jahr 2019 in den EU-Ländern Schutz suchten und als unbegleitete Minderjährige eingestuft wurden, stellten Eurostat zufolge fast zwei Drittel ihren Asylantrag in Griechenland, Deutschland oder den Niederlanden (jeweils 300 Personen).