Die deutsche Bundesregierung hat am Freitagabend auch das Bundesland Tirol wegen rasant steigender Infektionszahlen zu einem Corona-Risikogebiet erklärt. Bisher galt das Österreich betreffend bereits für Wien und Vorarlberg. Die Risikoliste des Robert Koch-Instituts in Berlin wurde am Freitag entsprechend aktualisiert, hieß es.

Tschechien und Luxemburg wurden zur Gänze als Risikogebiete eingestuft. Damit sind aus deutscher Sicht nun 15 von 27 EU-Ländern zumindest teilweise Corona-Risikogebiete, Spanien, Tschechien und Luxemburg sogar ganz. Polen ist das einzige der neun Nachbarländer Deutschlands, das noch nicht betroffen ist.

Tirol ist ein bei Deutschen sehr beliebtes Urlaubsgebiet im Sommer wie Winter. Dort liegt auch der Skiort Ischgl, der im vergangenen Winter zu den Hotspots gehörte, von denen sich die Pandemie in Europa ausbreitete,

Berlin mahnt zur Zurückhaltung bei Auslandsreisen

Deutschlands Gesundheitsminister Jens Spahn mahnt die Deutschen wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen zur Zurückhaltung bei Auslandsreisen in den Herbst- und Winterferien. "Man kann ja auch Urlaub im Inland machen", sagte der CDU-Politiker am Freitag im ZDF. Er wisse, dass dies sehr hart sei für die Reiseveranstalter, die Reisebüros und natürlich auch für die Bürger, die sich auf ihren Urlaub freuten.

"Aber wir haben jetzt zwei Mal erlebt - Stichwort Ischgl, Winterurlaub, und im Sommer - dass durch Reiserückkehr auch in Infektionen stärker wieder nach Deutschland reingebracht werden." Er sei dafür, daraus für Herbst- und Winterurlaub zu lernen.

Eine deutschlandweite Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen lehnte Spahn erneut ab. Es gehe darum, Maßnahmen zu ergreifen, die zum jeweiligen Infektionsgeschehen passten, sagte der Minister. "Deswegen auch immer regional und lokal vor Ort." Sonst verlören die Maßnahmen Akzeptanz. Ein Ausbruch wie beim Fleischproduzenten Tönnies etwa betreffe vor allem die Beschäftigten. "In München ist die Lage gerade eine ganz andere, dort entsteht das vor allem durch Feiern offenkundig, auch durch gemeinsam eng Feiern auf öffentlichen Plätzen." (apa/dpa/reuters)