Angesichts der zunehmenden Zahl von Coronavirus-Infektionen im Land verschärft Italien die Anti-Corona-Sicherheitsvorkehrungen. Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza unterzeichnete am Mittwochabend eine Verordnung, laut der sich Einreisende aus Großbritannien, Belgien, den Niederlanden und Tschechien einem Covid-Test unterziehen müssen. Derzeit werden bereits Einreisende aus Kroatien, Griechenland, Malta, Spanien, Paris und sieben französischen Regionen getestet.

Die italienische Regierung hat am Mittwoch auf gesamtstaatlicher Ebene eine Maskenpflicht im Freien eingeführt. Wer sich nicht an die Maskenpflicht hält, muss mit Strafen zwischen 400 und 1.000 Euro rechnen. Menschenansammlungen sind verboten. Polizei und Heer sollen die Einhaltung der Maßnahmen kontrollieren.

Die Regierung verlängerte darüber hinaus den Ausnahmezustand wegen der Coronakrise bis Ende Jänner 2021. Damit hat die Regierung auch in Zukunft besondere Vollmacht im Kampf gegen die Epidemie. Die Regionen können die von der Regierung beschlossenen Anti-Covid-Maßnahmen zwar verschärfen, sie aber nicht auflockern.

Vorreiter Venetien

Die norditalienische Region Venetien will indes eine Vorreiterrolle in Sachen Schnelltests zur Feststellung von Coronavirus-Infektionen spielen. So finanziert die Regierung einen Schnellabstrich, mit dem man sich selbst auf Covid-19 testen kann, ohne auf medizinische Infrastrukturen angewiesen zu sein. "Ich hoffe, dass wir in zwei Wochen soweit sind", kündigte der Präsident Venetiens, Luca Zaia, an.

Zaia sprach sich auch für eine Reduzierung der zweiwöchigen Quarantäne aus. "Dank der Schnelltests können wir die Zeit der Heimisolierung verringern", erklärte Zaia. Zwar sei die Zahl der Covid-Infektionen in den letzten Wochen gestiegen, über 90 Prozent der Betroffenen seien jedoch symptomfrei und die Belastung für die Krankenhäuser sei gering. Ab kommendem Montag sollen Besuchern in den 300 Seniorenheimen der Region Abstriche genommen werden. (apa)