Das bestehende Kernkraftwerk "Kosloduj" in Bulgarien soll einen neuen Reaktor bekommen. Dies hat der bulgarische Ministerpräsident Bojko Borissow am Dienstag verkündet. "Morgen stimmen wir bei der Regierungssitzung über die entsprechende Ausschreibung ab", sagte er bei einem Besuch in der Donaustadt Kosloduj.

"Wir setzen auf neue Technologien, auf amerikanische Technologien, sodass der neue Meiler noch 70 Jahre lang in Betrieb bleiben kann", sagte Borissow. So stelle man die Diversifizierung in allen Bereichen der Energiewirtschaft sicher, fügte der Regierungschef hinzu. Zugleich gehe die Suche nach einem Investor für den Bau eines zweiten Atomkraftwerks in Bulgarien weiter. Die Anlage soll bei Belene, ebenfalls an der Donau, entstehen.

Das Kernkraftwerk, das Anfang der 1970er-Jahre gebaut wurde, hat zwei je 1.000 KW-Reaktorblöcke, nachdem im Zuge des EU-Beitritts Bulgariens vier ältere Meiler vorzeitig schließen musste. Die bestehenden Meiler sind russischen Bautyps und gelten nach mehreren Modernisierungen als sicher.