Die Österreicherin Christa Schweng ist am heutigen Mittwoch in Brüssel zur Präsidentin des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses (EWSA) gewählt worden. "Mein Zukunftsbild für Europa ist ein Europa, das wirtschaftlich floriert, sozial integrativ und ökologisch nachhaltig ist. Ein Europa, das es den zivilgesellschaftlichen Akteuren ermöglicht, in einer offenen, wertebasierten Gesellschaft zu gedeihen und zu leben", erklärte sie gegenüber der APA.

   "Nachhaltige Entwicklung sollte eine Denkweise und eine Grundlage für eine wettbewerbsfähige Wirtschaft sein", unterstrich sie. Natürlich dürfe niemand bei dem grünen und digitalen Übergang zurückgelassen werden.

 

Bürgerdialog als Chance

Schweng ist sich bewusst, dass ihre zweieinhalbjährige Amtszeit von der Coronapandemie und "leider von Zeiten der Unsicherheit und der wirtschaftlichen und sozialen Not geprägt" sein wird, "in denen Unternehmen ums Überleben kämpfen und Arbeitnehmer ihre Arbeit verlieren". "Im gegenwärtigen Kontext müssen wir uns mehr denn je zusammenschließen, eine Vision für ein neues Europa nach Covid-19 entwickeln und unser Möglichstes tun, um sicherzustellen, dass unser Ausschuss einen starken Beitrag zur Erholung und künftigen Widerstandsfähigkeit Europas leistet", erklärte sie.

   Als Chance sieht die neue EWSA-Präsidentin den geplanten EU-Bürgerdialog "Konferenz zur Zukunft Europas", der in den kommenden zwei Jahren neue Antworten für die Zukunft der Demokratie in der EU und den weiteren Weg der europäischen Integration vorzeichnen soll. Diese werde die "Gelegenheit bieten, die Praxissicht der Unternehmer, Arbeitnehmer, Konsumenten, Landwirte und NGOs einzubringen, um die EU 'alltagstauglicher' zu machen.

 

Zweite Österreicherin in dieser Funktion

Schweng wird nun bis März 2023 an der Spitze des seit 1958 bestehenden Ausschusses mit Sitz in Brüssel stehen, der Arbeitgeber-und Arbeitnehmerorganisationen sowie andere Interessengruppen vertritt. Sie ist nach Anne-Marie Sigmund die zweite Österreicherin in dieser Funktion. Sigmund stand von 2004 bis 2006 dem Gremium vor, das eine beratende Einrichtung der EU ist und sich aus Vertretern von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorganisationen und anderen Interessenvertretern zusammensetzt. Der EWSA legt dem Rat der Europäischen Union, der EU-Kommission und dem EU-Parlament Stellungnahmen zu EU-Themen vor und versteht sich als Brücke zur Zivilgesellschaft.

 

Lob von Mahrer

"Christa Schweng vertritt für die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) seit 1998 im EWSA die Anliegen der Wirtschaft. Als profunde Kennerin des EWSA und der wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen im EU-Kontext ist sie eine exzellente Wahl, um in dieser für Europa so herausfordernden Zeit die Stimme der organisierten Zivilgesellschaft zu sein", teilte WKÖ-Präsident Harald Mahrer in einer Aussendung mit. "Ich freue mich, dass der EWSA mit Christa Schweng nun eine Präsidentin hat, die alle Voraussetzungen mitbringt, dass Europa in wirtschaftlichen und sozialen Belangen wieder nach vorne blicken kann", schloss sich WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf an.