Italien hat zwischen 2008 und 2017 "systematisch" gegen eine europaweit geltende Feinstaubrichtlinie verstoßen. Dies ging aus einem am Dienstag verkündeten Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) in Luxemburg hervor.

Die Tages- und Jahresgrenzwerte für Feinstaub-Partikel wurden laut EuGH in Teilen Italiens "mit großer Regelmäßigkeit" überschritten. Zudem habe Rom nicht rechtzeitig die "erforderlichen Maßnahmen" ergriffen.

Das Gericht gab damit einer 2018 eingereichten Klage der Europäischen Kommission recht. Für Italien könnte das Urteil teuer werden, denn die Kommission kann nun aufgrund der festgestellten Vertragsverletzung finanzielle Sanktionen beantragen.

Feinstaub entsteht unter anderem im Verkehr durch Verbrennungsmotoren, aber auch durch Reifenabrieb. Weitere Quellen sind zum Beispiel die Industrie, Kraftwerke, Holzöfen und Feuerwerkskörper. Krankheiten wie Asthma, Herz-Kreislauf-Probleme und Lungenkrebs sind laut Kommission oft unmittelbar auf Luftverschmutzung zurückzuführen.

Italiens Städte rufen regelmäßig Feinstaub-Alarm aus. In zahlreichen Städten des Landes ist die schmutzige Luft seit Jahresbeginn ein Aufregerthema. Turin, Mailand, Bologna, Florenz - vielerorts gibt es Feinstaub-Warnungen und längere Einschränkungen für den Verkehr. Mit ein Grund für den Dauer-Smog ist auch das Wetter: Bei Sonnenschein und blauem Himmel weht etwa in Rom kaum Wind, zugleich ist es nachts recht kalt - so dass viele Menschen die Heizungen voll aufdrehen.