Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) spricht sich für eine Frauenquote in Vorständen von Unternehmen aus, die im größten deutschen Aktienindex, Dax, notieren. "Ich bin für die Frauenquote. Ich bin übrigens auch dafür - das sage ich hier sehr deutlich -, dass wir bei den Gesetzen, die jetzt in Berlin gemacht werden mit Vorständen, dass wir uns da jetzt noch mal einen Ruck geben und das dann auch vernünftig umsetzen müssen", sagte er nach Angaben der "Zeit" bei einer Veranstaltung der Wochenzeitung.

Das Argument, man könne "nicht vorschreiben, ob in einem Dax-Vorstand eine Frau ist", überzeuge ihn nicht, sagte der CSU-Chef. "Es gibt hoch qualifizierte Männer und Frauen in unserem Land und genauso viele Frauen wie Männer, die diese Jobs locker machen können. Ich denke, wir müssen ein Signal setzen, weil es auch eine Vorbildfunktion für die vielen jungen Frauen in unserem Land hat."

90 Prozent Männer

Die konservative Union und die SPD hatten im Koalitionsvertrag 2018 Verbesserungen beim Gesetz zu Frauen in Führungspositionen verabredet. Denn in den Vorständen der 188 größten börsennotierten deutschen Unternehmen dominieren die Männer mit fast 90 Prozent. Nach Differenzen hatten die Spitzen der Koalition im Sommer die Einsetzung einer Arbeitsgruppe beschlossen.

Anfang dieses Jahres legten Frauenministerin Franziska Giffey und Justizministerin Christine Lambrecht (beide SPD) einen Gesetzentwurf vor. Demnach ist die Ausweitung der Frauenquote für Aufsichtsräte geplant und eine Vorgabe, dass in rein männliche Unternehmensvorstände mit mindestens vier Mitgliedern künftig eine Frau nachrücken soll, wenn ein Platz frei wird. Die unionsgeführten Ministerien hatten dem laut Giffey aber nicht zugestimmt. (apa, dpa)