Die Maßnahmen mögen unterschiedliche sein. Doch in einem ähneln die Staaten einander: Milde lassen die Regierungen quer durch Europa bei den Corona-Restriktionen kaum walten. Lediglich Schweden geht seinen international beachteten Sonderweg weiter. Auch wenn dort mittlerweile für bestimmte Regionen dringliche Empfehlungen erlassen wurden, soziale Kontakte, den öffentlichen Verkehr und Veranstaltungen zu meiden, setzt das Land in erster Linie auf die Eigenverantwortung seiner Bürger.

Andere Staaten greifen zu Geboten und Verboten. Deutschland hat wie Österreich einen Teil-Lockdown verhängt. In Tschechien, das wie Belgien zu den derzeit am härtesten von der Pandemie getroffenen europäischen Ländern gehört, wurde der Notstand verlängert. Da wie dort gelten nächtliche Ausgangssperren. In Belgien darf jeder Haushalt nur noch zu einer weiteren Person engen Kontakt haben. Singles dürfen zwei Menschen zu Gast haben - aber nicht zur gleichen Zeit.

Strenge Regeln gibt es auch in Frankreich. Die Menschen dürfen nur mit triftigem Grund vor die Tür - etwa um zur Arbeit zu gehen. Spaziergänge und Sport sind nur in einem Umkreis von einem Kilometer vom Wohnort für eine Stunde am Tag erlaubt. Wer das Haus verlässt, muss ein Formular mit dem Grund mitführen. Alle nicht lebensnotwendigen Geschäfte sind geschlossen, ebenso Theater, Kinos, Restaurants. Der Gesundheitsnotstand wurde bis zum 16. Februar verlängert.

Griechenland befindet sich ebenfalls im Lockdown. Lediglich Lebensmittelmärkte, Kindergärten und Volksschulen sind geöffnet. Wer einkaufen oder zum Arzt gehen will, muss die Behörden per SMS informieren.

Das in der ersten Pandemie-Phase hart getroffene Italien hat seine Maßnahmen wieder verschärft. Für seine 60 Millionen Einwohner gilt eine nächtliche Ausgangssperre. Das Land ist in drei Risikozonen eingeteilt: rot, orange und gelb - je nach Infektionsgeschehen. Vier Regionen sind derzeit rot - im Norden die wirtschaftsstarke Lombardei, das Piemont und das Aostatal sowie im Süden Kalabrien. Dort dürfen die Menschen ihr Haus auch tagsüber nur verlassen, um zur Arbeit, zum Arzt oder in den Supermarkt zu gehen.

Tests für Pendler nach Bayern

Einschränkungen gibt es auch für zahlreiche Pendler. Denn einige Staaten haben Test- und Quarantänevorschriften erlassen. So gilt in Bayern im Grundsatz eine Pflicht zur Selbstisolation. Wer länger als 24 Stunden außerhalb des Freistaats war oder aus dem Ausland kommend länger als einen Tag in Deutschland bleibt, muss für zehn Tage in Quarantäne. Österreichische Pendler nach Bayern müssen einmal wöchentlich ein negatives Corona-Attest vorlegen, das nicht älter als 48 Stunden sein darf. Es ist innerhalb von sieben Tagen nach der ersten Einreise vorzulegen.

In der Slowakei müssen sich Pendler alle zwei Wochen einem Antigen-Test unterziehen. Alle anderen sollen bei der Einreise getestet werden. Das Land hat mittlerweile ganz Österreich auf die Liste der roten Risikogebiete gesetzt - neben Tschechien, Ungarn und Polen. Die Regierung in Bratislava ließ auch so gut wie die gesamte Bevölkerung testen. Wer kein negatives Ergebnis vorweisen kann, darf nicht einmal mehr in die Arbeit gehen.

Eine komplette Stadt wird erstmals auch in Großbritannien auf das Coronavirus getestet. In den kommenden Tagen sollen sich die knapp 500.000 Einwohner Liverpools Schnelltests unterziehen. Für das gesamte Land hatte Premierminister Boris Johnson einen neuen Lockdown verkündet, der in der Vorwoche in Kraft trat.

Ukrainischer Präsident infiziert

Johnson ist auch einer der Politiker, der selbst an Covid-19 erkrankt war. Nun hat es auch den ukrainischen Präsidenten getroffen. Wolodymyr Selenskyj hatte am Montag erklärt, positiv auf das Coronavirus getestet worden zu sein. Am Donnerstag begab er sich in ein Krankenhaus. Er habe sich entschlossen, in ein Spital zu gehen, um sich besser zu isolieren und niemanden zu gefährden, sagte eine Sprecherin des Präsidialamtes der Nachrichtenagentur Reuters. Auch der Finanzminister, der Verteidigungsminister und der Chefberater des Präsidenten sind infiziert.