Bei dem vom niederländischen Rechtspolitiker Thierry Baudet gegründeten Forum für Demokratie (FVD) gehen die Wogen hoch. Baudet warf dem Parteivorstand am Freitag via Twitter vor, ihn zu Unrecht bei der Handelskammer als Vorstandsmitglied abgemeldet zu haben. Er sprach in diesem Zusammenhang von "Putschisten".

Baudet, der bisher als ein Star der niederländischen Rechten galt, war zu Wochenbeginn als Parteichef zurückgetreten. Hintergrund waren Antisemitismus- und Homophobievorwürfe gegen die Jugendorganisation seiner Partei. Zuvor hatte der 37-Jährige bereits seinen Verzicht auf eine Spitzenkandidatur bei der Parlamentswahl im März angekündigt. Die Partei geriet nach einem schnellen Aufstieg in eine tiefe Krise.

Abgeordnete kündigen Rückzug an

Baudet warf Gegnern in der Twitter-Nachricht vor, die Partei übernehmen zu wollen. Unterdessen kündigten vier Abgeordnete der FVD im Senat an, der Partei den Rücken zu kehren, wie die niederländische Nachrichtenagentur ANP unter Berufung auf den Abgeordneten Bob van Pareren berichtete. Die Abgeordneten hätten den Eindruck, dass sich die Partei nicht stark genug von Rassismus und Antisemitismus distanziert habe. Laut Senat hat die FVD-Fraktion bisher zehn Mitglieder.

Das Forum richtet sich gegen Einwanderung und Europa und lehnt auch eine aktive Klimaschutzpolitik ab. Die junge Partei war erstmals 2017 mit zwei Abgeordneten in die Zweite Kammer des Parlaments eingezogen. Diese Kammer ist mit dem heimischen Nationalrat vergleichbar. (apa, dpa)