In der deutschen Stadt Trier hat ein Autofahrer am Dienstag fünf Menschen getötet und 15 Menschen verletzt. Der 51-jährige Deutsche sei mit seinem Geländewagen rund einen Kilometer durch die Fußgängerzone in der historischen Innenstadt gerast und habe dabei viele Menschen erfasst, teilte die Polizei mit.

Laut Karl-Peter Jochem, dem Sprecher des Polizeipräsidiums Trier, visierte der Mann bei seiner Fahrt zur berühmten römischen Porta Nigra offenbar "wahllos" Passanten an. Einem von der Lokalzeitung "Trierer Volksfreund" zitierten Augenzeugen zufolge sind die angefahrenen Menschen durch die Luft geflogen.

Der Fahrer, der aus der Umgebung der knapp 110.000 Einwohner zählenden Stadt stammt, hat sich laut bisherigem Ermittlungsstand bei der Festnahme gewehrt. Über sein Motiv konnte die Polizei von Trier in den ersten Stunden nach dem Zwischenfall allerdings noch keine Auskunft geben. Fest steht, dass er zuvor "nicht unerhebliche Mengen Alkohol genossen" habe, sagte der leitende Oberstaatsanwalt Peter Fritzen am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Trier. Bei dem 51-Jährigen sei ein Atemalkoholwert von 1,4 Promille gemessen worden. Gegen ihn wird wegen des dringenden Tatverdachts des Mordes in vier Fällen ermittelt.

Die Polizei forderte die Bewohner auf, während der Spurensicherung das Gebiet zu meiden. Gefahr hat es nach der Festnahme laut Polizei aber keine mehr gegeben, auch wenn über der von der abgeriegelten Innenstadt lange Zeit noch Hubschrauber kreisten.

"Ein Bild des Grauens

Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter veröffentlichte Videos zeigten beschädigte Geschäfte in der Fußgängerzone und einen am Boden liegenden Verletzten sowie ein Rettungsfahrzeug. Bürgermeister Wolfram Leibe, der bereits nach kurze Zeit in der Fußgängerzone eintraf und von einer "Amokfahrt" sprach, zeigte sich erschüttert: "Es bot sich ein Bild des Grauens. Es war einfach nur schrecklich." Er habe einen Kinderschuh auf der Straße liegen sehen. "Das Mädchen dazu ist tot", sagte der 2015 ins Amt gewählte SPD-Politiker unter Tränen. Auch die Polizei bestätigte, dass mindestens ein Kind unter den Toten sei.

Der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert zeigte sich bei Twitter erschüttert: "Die Gedanken sind bei den Angehörigen der Todesopfer, bei den zahlreichen Verletzten und bei allen, die in diesem Moment im Einsatz sind, um die Betroffenen zu versorgen."