Die EU-Kommission will über die Zulassung eines Corona-Impfstoffes viel schneller entscheiden als üblich, und zwar binnen drei Tagen nach einer Empfehlung der EU-Arzneimittelagentur EMAa. Normalerweise liege der Zeitraum bei 67 Tagen, erklärte eine EU-Beamtin am Donnerstag in Brüssel.

Die EMA will bis spätestens 29. Dezember ihre Empfehlung zum Antrag auf eine bedingte Marktzulassung abgeben, den die Mainzer Firma Biontech und der US-Pharmakonzern Pfizer für ihr Präparat eingereicht haben. In Großbritannien, das nicht mehr der EU angehört, ist die Zulassung bereits erfolgt. Allerdings handelt es sich dabei um eine Notzulassung. Die EU geht den normalen Weg.

Sollte die Behörde grünes Licht geben, kann die EU-Kommission die Vermarktung für alle Mitgliedsländer genehmigen. Die Kommission folgt in der Regel der Empfehlung der EMA. Statt der sonst üblichen 22 Tage wolle sich die Kommission nur einen Tag lang mit den EU-Ländern beraten, sagte die Beamtin weiter. Auch solle Informationsmaterial erst nach der bedingten Zulassung in die verschiedenen Sprachen übersetzt werden. Zunächst werde es nur eine Sprache geben. Auch auf diese Weise könne die Entscheidung beschleunigt werden.