In Rumänien ist der Ausgang der Parlamentswahl nach Zwischenergebnissen unklar. Während Ministerpräsident Ludovic Orban noch am Sonntag auf Grundlage von Nachwahlbefragungen den Sieg seiner reformorientierten Zentrumspartei PNL beanspruchte, liegen nach einer nicht amtlichen, vorläufigen Auszählung vom Montag die oppositionellen Sozialdemokraten PSD vorne. Nach Angaben der unabhängigen Organisation "Kodex für Rumänien" kommt die PSD auf knapp 30 Prozent der Stimmen, während die PNL bei über 25 Prozent liegt. Für den potenziellen Koalitionspartner der PNL, das Bündnis USR-Plus, votierten demnach über 15 Prozent der Wähler. Nach der Abstimmung zeichnet sich ab, dass fünf Parteien in das Parlament einziehen werden, darunter die Partei der ungarischen Minderheit UDMR und die ultranationalistische Allianz zur Vereinigung aller Rumänen.

Orban hat erklärt, Koalitionsgespräche könnten noch am Montag beginnen und dürften nicht lange dauern. Seine Partei habe vier potenzielle Koalitionspartner. Der 57-Jährige Orban leitet seit einem Jahr eine Minderheitsregierung, nachdem die damalige PSD-Regierung nach Korruptionsskandalen über ein Misstrauensvotum gestürzt war. Er will einer ausufernden Staatsverschuldung entgegensteuern und hat unter anderem versprochen, die noch von der PSD versprochene Anhebung der Renten um 40 Prozent abzuschwächen. (reuters)