Nachdem es am Wochenende zu Menschenansammlungen in den Stadtzentren für Weihnachtseinkäufe gekommen ist, denkt die italienische Regierung über neue Restriktionen nach. Nicht ausgeschlossen wird, dass an den Feiertagen ganz Italien zur roten Zone erklärt wird. Restaurants könnten jedoch mit Einschränkungen bis 18 Uhr offen halten, berichteten italienische Medien.

Bewohnern von Gemeinden unter 5.000 Einwohnern soll an den Weihnachtsfeiertagen Bewegungsmöglichkeiten innerhalb von 30 Kilometern gewährt werden, erwägt die Regierung. Die Maßnahmen sollen am Montag nach einem Treffen zwischen der Regierung und dem wissenschaftlichen Komitee beschlossen werden, das das Kabinett in Sachen Coronavirus berät, hieß es in Rom.

Platz um Trevi-Brunnen abgeriegelt

In mehreren Regionen, die am Sonntag wieder mit der geringeren Corona-Warnstufe gelb eingestuft wurden, drängten sich Menschenmengen in den Einkaufsstraßen, um Weihnachtseinkäufe zu erledigen. In Rom musste wegen starken Andrangs der Platz um den Trevi-Brunnen von der Polizei abgeriegelt werden. Menschen nutzten das schöne Wetter nach mehreren Regentagen, um ins Freie zu gehen.

Seit Sonntag sind die Regionen Lombardei, Piemont, Basilikata und Kalabrien wieder gelb. So konnten hier nach sechs Wochen Teil-Lockdown Geschäfte und Lokale wieder öffnen. Menschen versammelten sich in den Lokalen zum Aperitif.

Der für die Coronavirus-Epidemie zuständige Regierungskommissar Domenico Arcuri sprach von "unannehmbaren Menschenansammlungen" in den italienischen Städten. Die Gefahr sei, dass es im Jänner zu einer dritten Epidemiewelle komme, die sich Italien nicht erlauben könne. Arcuri stellte am Sonntag die Anti-Covid-Impfkampagne vor, die voraussichtlich zwischen dem 12. und dem 15. Jänner beginnen sollte. Alle Italiener sollen bis Ende September 2021 geimpft werden, meinte Arcuri.

Italien hat Großbritannien als das Land mit den meisten Corona-Todesfällen in Europa abgelöst. Am Sonntag wurden 484 Personen gemeldet, die an oder mit Covid-19 gestorben sind. Am Samstag waren es 649 gewesen. Damit stieg die Zahl der Toten seit Beginn der Pandemie auf 64.520. (apa)