Sie ist vor allem durch Pisa-Studien und Wirtschaftsprognosen bekannt: Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Den 60. Jahrestag der Unterzeichnung ihrer Gründungsakte am 14. Dezember 1960 begeht die Organisation ab Montag mit einer virtuellen Konferenz unter Teilnahme von Spitzenpolitikern aus der ganzen Welt. Dort werden auch Grußbotschaften von rund 30 Staats- und Regierungschefs eingespielt, darunter jene von Bundeskanzler Kurz. Österreich ist durch Botschafter Thomas Schnöll vertreten, der zuvor unter der türkisblauen Regierung Sprecher des Außenministeriums in Wien war. Seit September hat Österreich für zwei Jahre den Vorsitz im Außenpolitischen Komitee der OECD inne.


Die OECD mit Hauptsitz in Paris ging aus dem Marshallplan hervor, dem US-Aufbauprogramm für Europa nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie sollte den Weg für einen "New Deal" ebnen, eine nachfrageorientierte Wirtschaftsordnung. Heute umfasst die OECD 37 Mitgliedstaaten - neben Österreich und anderen EU-Ländern gehören dazu unter anderem die USA, Japan, Israel, die Türkei und Mexiko.

Die OECD verfasst jährlich rund 500 internationale Berichte von der Flüchtlingspolitik bis hin zu Konjunkturprognosen. Auf OECD-Ebene wird auch über strittige Themen wie eine internationale Digitalsteuer verhandelt. Den Vorsitz hat seit 2006 der Mexikaner Angel Gurría, für kommendes Jahr wird ein Nachfolger gesucht.


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Die OECD-Jubiläumskonferenz im Internet
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Kurz: "Leitprinzipien so aktuell wie vor 60 Jahren"

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat zum Jubiläum gratuliert. Österreich habe sich als einer der Gründungsmitglieder der OECD "verpflichtet, nachhaltiges Wirtschaftswachstum und Beschäftigung zu erreichen und dabei gleichzeitig die finanzielle Stabilität zu erhalten", erinnerte Kurz in einer Videobotschaft. "Diese Leitprinzipien sind heute noch so aktuell wie vor 60 Jahren."

Aus der Corona-Pandemie sind zwei Lehren zu ziehen, so der Kanzler laut im Voraus verbreiteten Redetext: Eine engere Kooperation der OECD-Staaten untereinander sowie ein stärkerer Fokus der OECD auf die Schwellenländer. Die Organisation spiele mit ihrer "tief greifenden Analyse" eine "Schlüsselrolle" dabei, "unsere Volkswirtschaften widerstandsfähiger zu machen", sagte Kurz. (apa)