Im Prozess um einen vereitelten Terrorangriff in einem Hochgeschwindigkeitszug nach Paris ist der Hauptbeschuldigte zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Das berichtete die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstagabend aus dem Pariser Gerichtssaal. Die Staatsanwaltschaft hatte ebenfalls lebenslänglich für den heute 31-Jährigen gefordert.

Die übrigen drei Angeklagten, die nach Auffassung des Gerichts bei der Vorbereitung des islamistischen Anschlags geholfen haben, sind zu 27, 25 und 7 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Der Hauptbeschuldigte hatte im August 2015 in dem Expresszug von Amsterdam nach Paris das Feuer eröffnet, konnte jedoch von Fahrgästen überwältigt werden. Zwei Menschen wurden verletzt.

Der Hauptangeklagte sei laut Agentur bei seiner Version geblieben, wonach er in dem Zug US-Soldaten und Angehörige der EU-Kommission töten wollte. Auftraggeber sei dem 31-Jährigen zufolge der Terrorverdächtige Abdelhamid Abaaoud gewesen. Dieser gilt als Drahtzieher der Terrorserie in Paris vom November 2015. Damals töteten Terroristen der Terrororganisation "Islamischer Staat" 130 Menschen, unter anderem in der Konzerthalle Bataclan.

US-Touristen halfen, Angreifer zu überwältigen

Die Attacke in dem Zug nach Paris erregte damals internationales Aufsehen. Drei junge Touristen aus den USA wirkten dabei mit, den Angreifer zu überwältigen. Die "Thalys-Helden" erhielten später als Dank die französische Staatsbürgerschaft. US-Regisseur Clint Eastwood verfilmte ihre Geschichte unter dem Titel "The 15:17 to Paris".

Erst am Mittwoch waren die Helfer der Terrorserie rund um den Angriff auf das Satiremagzin "Charlie Hebdo" im Jänner 2015 zu Haftstrafen verurteilt worden. (dpa/apa)