Frankreich will seine coronabedingte Sperre für Reisende aus Großbritannien lockern. Flugzeuge, Schiffe und der von London aus fahrende Eurostar-Zug könnten vom Mittwochmorgen an wieder verkehren, teilte der Beigeordnete Minister für Verkehr, Jean-Baptiste Djebbari, am Dienstagabend via Twitter mit. Französische Staatsbürger, Menschen mit Wohnsitz in Frankreich und andere autorisierte Reisende müssten einen negativen Corona-Test haben.

"Gute Fortschritte heute und eine Einigung mit der französischen Regierung", berichtete der britische Verkehrsminister Grant Shapps am Abend. Er kündigte Informationen für Transportunternehmen für den Abend an. Frankreich hatte am Sonntagabend wegen der raschen Ausbreitung einer neuen Variante des Coronavirus einen generellen Stopp für Reisende aus Großbritannien beschlossen. Diese Notmaßnahme wurde auf zunächst 48 Stunden begrenzt.

Tausende LKW stehen still

Unterdessen stauen sich wegen der geschlossenen Grenze zu Frankreich Tausende Lastwagen in der Nähe des Hafens Dover am Ärmelkanal. 2.180 Fahrzeuge seien auf dem stillgelegten Flughafen Manston geparkt worden, sagte eine Sprecherin der Kommunalverwaltung der Grafschaft Kent am Dienstagabend. Etwa 630 weitere Lkw parkten auf mehreren Spuren der Autobahn M20 zwischen London und dem Hafen Dover. Handelsverbände gingen sogar von 4.000 Lastwagen aus, die derzeit auf Ausreise warten.

Die Grenze ist seit der Nacht zum Montag geschlossen. Damit reagierte Frankreich auf die rasche Ausbreitung einer in Großbritannien entdeckten neuen Variante des Coronavirus. Von diesem Mittwoch an sollen Fahrzeuge wieder den Ärmelkanal überqueren dürfen - wenn Fahrer einen negativen Corona-Test vorlegen.

Lebensmittel im Millionenwert bereits verdorben

Britische Medien berichteten, dass die Lkw-Lenker über unmenschliche Zustände wie fehlende Sanitäranlagen klagten. Frische Lebensmittel im Millionenwert seien bereits verdorben, betonten Händler. Die Behörden brachten Toiletten und mobile Essensstände in die Region und versprachen, bis zum Mittwochmorgen weitere mobile Toiletten zu liefern.

Wann es für die wartenden Fahrer tatsächlich weiter geht, war am Dienstagabend weiter unklar. Der britische Verkehrsminister Shapps betonte, die Regierung werde die Transportunternehmen informieren. (apa)