Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) lehnt Sonderrechte für Geimpfte ab. "Viele warten solidarisch, damit einige als Erste geimpft werden können. Und die Noch-Nicht-Geimpften erwarten umgekehrt, dass sich die Geimpften solidarisch gedulden", sagte Spahn den Zeitungen der Funke-Mediengruppe laut Vorabbericht. "Keiner sollte Sonderrechte einfordern, bis alle die Chance zur Impfung hatten." Es sei diese gegenseitige Rücksicht, die die Nation zusammenhalte: "Gegen die Pandemie kämpfen wir gemeinsam - und wir werden sie nur gemeinsam überwinden." Zuvor hatten sich schon Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach gegen Privilegien für Geimpfte ausgesprochen.

Seehofer sagte der "Bild am Sonntag", er sei gegen eine Sonderbehandlung für Geimpfte. Eine Unterscheidung zwischen Geimpften und Nicht-Geimpften komme einer Impfpflicht gleich. "Ich bin aber gegen einen Impfzwang", betonte Seehofer. "Wir alle stecken in dieser Krise und wir sollten uns gemeinsam und solidarisch herauskämpfen." Lauterbach sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, Privilegien für die Geimpften seien weder kontrollierbar noch gut zu rechtfertigen. "Im Übrigen ist nicht auszuschließen, dass Geimpfte andere noch anstecken können", fügte der Mediziner hinzu. (reuters)