In Deutschland haben sich Bund und Länder zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie auf weitergehende Ausgangssperren verständigt. In Landkreisen mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern werden die Länder lokale Maßnahmen ergreifen "zur Einschränkung des Bewegungsradius auf 15 km um den Wohnort, sofern kein triftiger Grund vorliegt" ihn zu verlassen, heißt es in dem Beschluss vom Dienstag, wie die Nachrichtenagentur Reuters aus Verhandlungskreisen erfuhr. Davon betroffen sind derzeit laut Daten des Robert-Koch-Instituts 67 Landkreise, viele davon in Sachsen und Thüringen.

Tagestouristische Ausflüge seien "explizit" kein triftiger Grund für eine Ausnahme. Zudem geplant sind weitere Kontakteinschränkungen. "In Erweiterung der bisherigen Beschlüsse werden private Zusammenkünfte nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes gestattet", heißt es in der Beschlussvorlage. Die bereits bestehenden Einschränkungen sollen bis zum 31. Jänner verlängert werden.

Damit bleiben auch die Schulen großteils geschlossen. Erst bei einer "deutlichen Verbesserung des Infektionsgeschehens" soll in einzelnen Ländern zunächst in den Jahrgängen eins bis sechs eine Rückkehr zum Präsenzunterricht ab Anfang Februar ermöglicht und in einem weiteren Schritt Wechselunterricht verlängert werden, heißt es. Ob dieser bereits im Jänner für Grundschüler bei zurückgehenden Infektionen angeboten werden kann, war zunächst offen.

Impfangebot in Pflegeeinrichtungen

Ein Impfangebot wollen Bund und Länder allen Bewohnern von stationären Pflegeeinrichtungen noch im Jänner machen. Geplant sei, die Produktionskapazitäten von Vakzinen in Deutschland wie bei der Firma Biontech in Marburg auszubauen. "Der Bund wird auch darüber hinaus mit den Herstellern darüber sprechen, wie schnellstmöglich weitere Produktionskapazitäten für Impfstoffe aufgebaut werden können", heißt es in der Vorlage.

Das Robert-Koch-Institut meldete am Dienstag 11.897 Neuinfektionen. Die Gesamtzahl der Infizierten in Deutschland stieg damit auf knapp 1,79 Millionen. Die Zahl der Todesfälle legte um 944 auf 35.518 zu. Das RKI gab die Sieben-Tage-Inzidenz mit 134,7 an. Sie beschreibt, wie viele Menschen pro 100.000 Personen sich innerhalb einer Woche anstecken. Bund und Länder haben als Zielmarke für Lockerungen der Auflagen den Wert 50 ausgegeben. (reu)