Die portugiesische Regierung hat wegen extrem hoher Corona-Infektionszahlen die Schließung der Grenze zum Nachbarland Spanien ab Freitag angeordnet. Für zunächst zwei Wochen darf die Grenze demnach nur noch in Notfallsituationen überschritten werden, wie Innenminister Eduardo Cabrita laut Medien am Donnerstag in Lissabon mitteilte. Schon während der ersten Corona-Welle im Frühling vergangenen Jahres war die gemeinsame Grenze monatelang geschlossen.

Erst am 1. Juli wurde sie wegen damals stark rückläufiger Corona-Zahlen wieder geöffnet. Die Corona-Lage ist nach Worten von Ministerpräsident António Costa "sehr schlimm". Am Donnerstag wurden in dem Land mit 10,3 Millionen Einwohnern 16.423 Neuinfektionen und 303 weitere Corona-Tote registriert. Das war ein Höchststand seit Beginn der Pandemie. Das Gesundheitssystem ist extrem überlastet. Die Regierung schätzt, dass der Anteil der vermutlich ansteckenderen SARS-CoV-2-Variante aus Großbritannien im Großraum Lissabon schon etwa 50 Prozent aller Neuinfektionen ausmacht, wie die Zeitung "Público" schrieb.

Deutschland erklärte das beliebte Urlaubsland deshalb am vergangenen Wochenende zum Hochrisikogebiet, was Reisen in das Land weiter erschweren soll. Die österreichische Regierung warnt generell vor nicht notwendigen Reisen. Die Einreise aus Portugal nach Österreich ist möglich, allerdings gilt auch hier die verpflichtende zehntägige Quarantäne mit der frühesten Beendigungsmöglichkeit am fünften Tag durch einen PCR- oder Antigen-Test.

Seit knapp zwei Wochen herrscht bereits ein Lockdown in Portugal, der dem vom Frühjahr 2020 ähnelt. Das Haus darf nur aus triftigem Grund verlassen werden. Home-Office ist überall dort, wo möglich, Pflicht. Gaststätten und Geschäfte - außer für Lebensmittel und den täglichen Grundbedarf - müssen geschlossen bleiben. Vergangenen Freitag wurden auch Kindergärten, Schulen und Universitäten geschlossen. (apa)