Tschechien schließt ab Mitternacht seine Grenzen für Ausländer fast völlig. Einreisen dürfen ab Samstag nur mehr jene, die in Tschechien arbeiten oder studieren oder wenn es sich um eine Reise "aus unerlässlichen Gründen" handelt. Dies wären etwa Reisen zur Familie, zu Gesundheitseinrichtungen, sozialen Einrichtungen, zur Hochzeit oder zu Begräbnissen. Tschechien reagierte so auf die andauernd hohen Corona-Infektionszahlen.

Den Beschluss fasste die Regierung schon am Donnerstagabend, bekanntgegeben wurde er jedoch erst am Freitagabend. In Tschechien gilt nach wie vor eine nächtliche Ausgangssperre. Restaurants, Sport- und Kultureinrichtungen sowie die meisten Schulen sind seit Wochen geschlossen. Die täglichen Neuinfektionszahlen liegen in dem 10,7-Millionen Nachbarland an Arbeitstagen bei rund 8.000.

Einschränkungen auch in Deutschland und Frankreich

Deutschland schränkt die Einreise aus fünf stark betroffenen Ländern ab Samstag drastisch ein. Darunter sind mit Portugal und Irland zwei EU-Staaten, aber auch Großbritannien, Südafrika und Brasilien. Laut Verordnung dürfen Fluggesellschaften, Bahn-, Bus- und Schiffsunternehmen bis zum 17. Februar aus diesen Ländern keine Passagiere mehr nach Deutschland befördern. Allerdings gibt es zahlreiche Ausnahmeregeln, unter anderem für alle Deutschen und in Deutschland lebenden Ausländer sowie Transitpassagiere. Auch der Warenverkehr bleibt unangetastet.

Frankreich macht die Grenzen für Nicht-EU-Länder dicht. Die Einreise aus und Ausreise in Länder außerhalb der Staatengemeinschaft sei ab Sonntag verboten, sagte Premierminister Jean Castex am Freitagabend. Ausnahmen solle es nur bei triftigem Grund geben. Immer wieder war ein neuer Lockdown in den vergangenen Tagen ins Spiel gebracht worden. Castex kommentierte dies so: "Wir können uns noch eine Chance geben, ihn zu verhindern." (apa)