Österreich will der Ausbreitung des Virus mit verschärften Grenzkontrollen begegnen. "Parallel zu den ohnehin vorsichtigen Öffnungsschritten setzen wir verstärkt auf Tests und massiv Grenzkontrollen", erklärt Innenminister Karl Nehammer. "Die Grenzkontrollen dienen als Wellenbrecher für Infektionsketten, die gerade durch neue Virusmutationen immer gefährlicher werden." Nehammer dankte in diesem Zusammenhang dem deutschen Innenminister Horst Seehofer für die Zusammenarbeit.

Die in Bayern regierende CSU hatte die Lockerungen der Anti-Corona-Maßnahmen in Österreich scharf kritisiert. "Österreich und Tschechien gefährden mit ihrer unverantwortlichen Öffnungspolitik unsere Erfolge in Deutschland", kritisierte CSU-Generalsekretär Markus Blume in der "Bild am Sonntag". Zuvor hatte bereits Bayerns Ministerpräsident Markus Söder vor einer "überstürzten Lockerung" in Österreich gewarnt.

Bayern befrüchtet dritte Welle durch Österreich

"Die größte Gefahr geht nicht vom Friseur aus, sondern von der Grenze", sagte Blume und forderte verstärkte Grenzkontrollen der Bundespolizei an den deutschen Grenzen. "Wir müssen sicherstellen, dass eine besonders gefährliche dritte Welle mit dem mutierten Virus nicht wieder über unsere Grenzen nach Deutschland schwappt." Lockerungen in Bayern schloss der CSU-Generalsekretär aus: "Wir müssen beim aktuellen Kurs von Vorsicht und Umsicht bleiben. Wir sind nicht über den Berg."

Zuvor hatte bereits CSU-Chef und Bayerns Ministerpräsident  Söder die geplanten Lockerungen in Österreich kritisiert. Lockerungen zu überstürzen, könne gefährlich werden, wie sich im Nachbarland Tschechien und teils auch in Österreich zeige, sagte Söder am Samstag auf dem CDU-Landesparteitag im niedersächsischen Hildesheim. Am Tag zuvor hatte er in der deutschen Talkshow "Maybrit Illner" kritisiert, dass Österreich erneut den Fehler mache, bei hohen Inzidenzen Lockerungen umzusetzen. "Die Kombination aus Mutation und einer überstürzten Lockerung, das ist nicht der dritte Weg, sondern der schlechteste Weg", so Söder in Bezug auf Österreich. (apa/dpa)