Sicherheitskräfte in Belarus haben am Dienstag in mehreren Städten des Landes Privaträume von Journalisten und Menschenrechtlern durchsucht. Betroffen waren demnach 25 Mitglieder des unabhängigen Belarussischen Journalistenverbandes BAJ und der Menschenrechtsorganisation Viasna-96, wie Viasna-96 selbst mitteilte. Die Sicherheitsbehörden erklärten, die Durchsuchungen stünden in Zusammenhang mit der Finanzierung von Protesten durch "Organisationen, die sich selbst als Verteidiger von Menschenrechten positionieren".


"Sie suchen nach 'Kriminellen' unter denjenigen, die politischen Gefangenen helfen und über den Kampf der Belarussen für Freiheit schreiben", erklärte die im Exil lebenden Oppositionelle Swetlana Tichanowskaja. Bei Protesten gegen den Ausgang der Präsidentenwahl im vergangenen August sind bislang mehr als 33.000 Menschen festgenommen worden. Präsident Alexander Lukaschenko, der den Wahlsieg damals für sich beanspruchte, lässt mit äußerster Härte gegen die Proteste vorgehen. Der autokratisch regierende Lukaschenko ist seit 1994 im Amt. Die Europäische Union hat bereits Sanktionen gegen Belarus verhängt. Einen Rücktritt lehnt Lukaschenko ab.

Die Razzien erfolgten, während sich in der Hauptstadt Minsk zwei Journalisten des polnischen Senders Belsat vor Gericht verantworten mussten. Ihnen droht bis zu drei Jahre Gefängnis, weil sie live von den Demonstrationen berichteten. (reuters)