Rom. Der italienische Premierminister Mario Draghi (Bild) baut das wissenschaftliche Komitee (CTS) um, das seit einem Jahr die Regierung zum Thema Pandemie berät und zuletzt in die Kritik geraten war. Die Zahl der Mitglieder wird auf zwölf halbiert. Das Gremium wird künftig auch aus Statistik- und Mathematik-Experten sowie Vertretern der italienischen Regionen bestehen. Zu den neuen Mitgliedern unter der Leitung von Franco Locatelli zählt auch der Präsident der Pharmabehörde AIFA, Giorgio Palu. Die Verringerung der Mitglieder wurde mit der Notwendigkeit begründet, die Aktivitäten des CTS zu straffen.

Zuletzt war das Komitee wegen Streitigkeiten über die Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie negativ aufgefallen. Auch seien Maßnahmen zu kurzfristig beschlossen worden, ohne der Bevölkerung Zeit zu geben, sich daran anzupassen.

Langsamere Impfkampagne

Mario Draghi hat die Zahl der Berater in dem Gremium auf zwölf halbiert. - © afp / Guglielmo Mangiapane
Mario Draghi hat die Zahl der Berater in dem Gremium auf zwölf halbiert. - © afp / Guglielmo Mangiapane

Premier Draghi hat seit seinem Amtsantritt vor einem Monat bereits einige Schlüsselfiguren ersetzt, die bisher die Strategie der Regierung im Kampf gegen die Pandemie umsetzten. So wurde der für den Notstand engagierte Regierungskommissar Domenico Arcuri durch Armeegeneral Francesco Figliuolo, und Zivilschutzchef Angelo Borrelli durch dessen Vorgänger Fabrizio Curcio ersetzt.

Nach dem Stopp der Corona-Impfungen mit dem AstraZeneca-Vakzin rechnet Italien mit einer Verlangsamung in seiner Impfkampagne. Es wurde angenommen, dass die Verabreichung für insgesamt vier Tage ausgesetzt werde. Wird das Impfen mit AstraZeneca ab Donnerstag wieder aufgenommen, könnte Italien innerhalb von "ein paar Wochen" den Rückstand aufholen - auch dank 708.000 weiterer Impfdosen von Biontech/Pfizer.