Dänemark hat sich auf einen langfristigen Plan zur Abkehr von den geltenden Corona-Maßnahmen verständigt. Die Vereinbarung zwischen der sozialdemokratischen Regierung und fast allen weiteren dänischen Parlamentsparteien sieht das Ziel vor, dass die Beschränkungen des öffentlichen Lebens mit wenigen Ausnahmen komplett aufgehoben werden, sobald alle Risikogruppen und alle Menschen über 50 Jahre, die dies wünschen, ihre erste Impfung gegen Covid-19 erhalten haben.

Für gewisse Bereiche sollen voraussichtlich aber Einschränkungen bestehen bleiben, etwa für Großveranstaltungen und das Nachtleben. Die Öffnungsschritte in Dänemark sehen aber anders aus als etwa in Österreich. Wie aus der am späten Montagabend veröffentlichten Rahmenvereinbarung hervorgeht, dürfen Friseure und vergleichbare Dienstleister erst ab dem 6. April - also nach Ostern - landesweit wieder öffnen. Restaurants, Cafes, Bars und Fitnessstudios bleiben ebenso zunächst bis einschließlich Ostern geschlossen.

Treffen im Freien möglich, Friseurbesuche nicht

Dafür dürfen sich die Dänen seit dieser Woche wieder mit bis zu zehn Personen im Freien treffen. Die Obergrenze für organisierte und draußen stattfindende Sport-, Freizeit- und Vereinsaktivitäten wurde von 25 auf 50 Teilnehmer angehoben. Auch bei Gottesdiensten unter freiem Himmel dürfen bis zu 50 Menschen dabei sein.

In den Schulen gibt es nach Ostern weitere Lockerungen: Nachdem die Schüler bis zur vierten Klasse bereits seit längerem zurück im Klassenzimmer sind, dürfen nun unter anderem auch die fünften bis achten Jahrgangsstufen zur Hälfte - das bedeutet jede zweite Woche - zum Präsenzunterricht zurückkehren. Andere Corona-Maßnahmen werden vorläufig bis zum 20. April verlängert. Bei vielen weiteren Öffnungsschritten soll ein derzeit entwickelter Corona-Pass mit Impf- und Testdaten eine zentrale Rolle spielen.

Nach einem Höchststand Mitte Dezember sind die Neuinfektionszahlen in Dänemark deutlich gesunken. Zuletzt lagen sie bei den Vergleichszahlen der EU-Gesundheitsbehörde ECDC auf die Bevölkerung heruntergerechnet in etwa auf dem Niveau von Deutschland, die Zahl der mit Covid-19 in Verbindung stehenden Todesfälle ist dagegen bei den Dänen so niedrig wie fast nirgendwo sonst in Europa. Auch die bisherigen Lockerungen haben die dänischen Zahlen bisher nicht wieder stark in die Höhe schnellen lassen.

Im europäischen Vergleich hat Dänemark bisher so viele Impfungen verabreicht wie kaum ein anderes Land. Bereits bis Anfang April sollen die wichtigsten Gruppen geimpft worden sein.

Ungeachtet der Empfehlung der EU-Arzneimittelbehörde EMA impft Dänemark aber vorerst weiter nicht mit AstraZeneca. Es sollten zunächst die Entscheidung "und deren Auswirkung auf das dänische Impfprogramm" geprüft werden, sagte der Chef der Gesundheitsbehörde.

In Dänemark werden derzeit zehn Fälle von schweren Blutgerinnseln nach AstraZeneca-Impfungen untersucht, darunter ein Todesfall.