Angesichts wieder steigender Corona-Zahlen auf Mallorca und der heftigen Reaktionen in Deutschland hat die Regierung der spanischen Region beim Tourismus die Notbremse gezogen. Man habe es ja gar nicht darauf angelegt, dass zu Ostern schon ausländische Touristen kommen, erklärte der Wirtschaftsminister der Balearen, Iago Negueruela. Griechenland will indes die Einreise für EU-Bürger und Besucher aus Israel künftig nicht mehr beschränken, sofern die Menschen geimpft sind.

"Für uns hat Ostern keine Priorität. Wichtig ist es, die Sommersaison zu sichern", zitierte die Zeitung "Diario de Mallorca" am Dienstag Negueruela. Dass nun trotzdem wieder Touristen anreisen dürften, sei nicht Sache Mallorcas, sondern falle in die Verantwortung der Regierungen Spaniens und Deutschlands, betonte der Regionalpolitiker. Allerdings hatte die Regierungschefin der Balearen, Francina Armengol, Deutsche noch vor zwei Wochen ausdrücklich eingeladen, ihren Osterurlaub auf Mallorca zu verbringen.

 Seit einigen Tagen ist Corona aber auch auf der Mittelmeerinsel wieder auf dem Vormarsch. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen stieg in einer Woche von rund 20 auf 30. Deshalb will die Regionalregierung die erst Mitte März wieder geöffneten Innenräume von Cafés, Restaurants und Bars erneut schließen.

In einem Punkt hingegen gab es Entwarnung. Die Uni-Klinik Son Espases der Insel dementierte die auch in Deutschland kursierenden Berichte, es sei die besonders ansteckende Corona-Variante P1 auf Mallorca diagnostiziert worden. "Wir haben die Variante B.1.1.28 gefunden. Die gefährliche Variante (aus Brasilien) ist die B.1.1.28.1, auch als P1 bezeichnet", sagte der Sprecher der Klinik, Juan Carlos González der Deutschen Presse-Agentur.

 Über das Wochenende wurden nach Behördenangaben fast 8.000 Einreisende aus dem Ausland auf dem Flughafen der Insel kontrolliert, die meisten waren Urlauber aus Deutschland. Bei der Einreise muss ein negativer PCR-Test nicht älter als 72 Stunden vorgelegt werden. Insgesamt 121 Reisende, bei denen es Unstimmigkeiten mit ihrem Einreiseformular gab, seien einem zweiten Test unterzogen worden. Keiner davon sei positiv ausgefallen, schrieb die "Mallorca Zeitung".

Griechenland forciert Impfpass

Die Pressestelle des griechischen Tourismusministeriums bestätigte unterdessen der Deutschen Presse-Agentur die Pläne, wonach geimpfte Besucher aus dem Ausland bei der Einreise künftig nur noch die Impfung belegen müssten, aber keinen aktuellen, negativen Corona-Test mehr beibringen und auch keine siebentägige Quarantäne mehr einhalten müssten. Ein entsprechender Beschluss sollte noch am Dienstag veröffentlicht werden, hieß es. Wann diese Maßnahmen tatsächlich aufgehoben werden, wurde noch nicht bekannt.

Die griechische Regierung drängt ähnlich wie die österreichische Bundesregierung seit Jahresbeginn darauf, einen EU-weit gültigen Impfpass zu entwickeln. Damit soll der griechische Tourismus-Sektor gerettet werden, der normalerweise fast ein Fünftel der griechischen Wirtschaftsleistung bestreitet. Der jetzige Alleingang soll Druck ausüben, damit es mit dem EU-Impfpass schneller voran geht, heißt es bei politischen Beobachtern in Athen. Auch andere EU-Länder haben das Thema bereits selbst in die Hand genommen, darunter Polen, Rumänien und Estland. (apa, dpa)