Im größten Landesteil Großbritanniens dürfen von Montag an unter anderem Geschäfte, Friseure und auch die Außengastronomie wieder aufmachen. Auch Fitness-Studios, Schwimmbäder, Büchereien, Zoos und Vergnügungsparks dürfen wieder Besucher empfangen. Es ist der zweite von mehreren Öffnungsschritten, die das Land nach dem Willen von Premierminister Boris Johnson bis zum 21. Juni wieder komplett zur Normalität führen sollen. Die Landesteile Schottland, Wales und Nordirland haben ihre eigenen Regeln. Dort wird noch etwas länger mit den nächsten Öffnungsschritten gewartet.

Die Fallzahlen im Vereinigten Königreich sind rückläufig oder stagnierend. Die Sieben-Tage-Inzidenz - das bedeutet die Zahl der Infektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche -, wurde zuletzt mit 31 angegeben. Gleichzeitig ist das Impfprogramm in dem Land weit fortgeschritten. Mehr als 32 Millionen Menschen wurden dort bisher eine erste Impfdosis verabreicht. Vollständig geimpft sind rund sieben Millionen Menschen.

Corona-Notstand in Tschechien läuft aus

In Tschechien läuft in der Nacht von Sonntag auf Montag ein seit einem halben Jahr geltender Notstand aus. Die Nachrichtenagentur CTK wies am Sonntag darauf hin, dass damit zwar manche Einschränkungen der Bewegungsfreiheit wie zum Beispiel eine nächtliche Ausgangssperre wegfallen werden, aber nicht alle Einschränkungen des täglichen Lebens. So bleiben Restaurants und die meisten Geschäfte weiter zu und in der Öffentlichkeit muss man weiterhin einen Mund-Nasenschutz tragen. 

Der landesweite Notstand war in Tschechien bereits am 5. Oktober in Kraft getreten und wurde seither mehrfach verlängert.  - © Michal Cizek / AFP
Der landesweite Notstand war in Tschechien bereits am 5. Oktober in Kraft getreten und wurde seither mehrfach verlängert.  - © Michal Cizek / AFP
Der landesweite Notstand war bereits am 5. Oktober in Kraft getreten und wurde seither mehrfach verlängert. Zuletzt lehnte aber das Parlament in Prag weitere Verlängerungen ab. Die Regierung des liberal-populistischen Ministerpräsidenten Andrej Babis wollte damit im Kampf gegen steigende Corona-Infektionszahlen die Mobilität einschränken und eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindern.

Tschechien gehört seit mehreren Monaten zu den am meisten von Covid-19 betroffenen Ländern Europas. Zuletzt gingen aber sowohl die Neuinfektionen als auch die Anzahl der in Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorbenen Patienten zurück. Nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in Tschechien binnen 14 Tagen am Sonntag bei 808,75 und damit noch immer fast dreimal so hoch wie in Deutschland. Die Zahl der in Verbindung mit Covid-19 Gestorbenen pro einer Million Einwohnern im selben Zeitraum war nach ECDC-Angaben mit 210,1 fast achtmal so hoch wie in Deutschland.

Auch Slowenien und Serbien lockern die Maßnahmen

Auch Slowenien lockert am kommenden Montag die geltenden Bestimmungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. So fällt die Einschränkung, dass die Bürger ihre jeweilige Region nur mit Ausnahmeerlaubnis verlassen dürfen. Die nächtliche Ausgangssperre von 22.00 bis 05.00 Uhr wird aufgehoben. Kindergärten und Volksschulen, Galerien und Museen öffnen wieder. Auch gewisse Geschäfte und Dienstleistungen wie Friseure und Kfz-Werkstätten stehen wieder zur Verfügung.

Das Infektionsgeschehen hat sich in Slowenien zuletzt verlangsamt. Die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner gaben die Behörden am Samstag mit 301 an. In dem Land mit 2,1 Millionen Einwohnern können die Maßnahmen gegen die Pandemie in Abhängigkeit von der Zahl der Neuansteckungen pro Tag und den Neuzugängen in den Krankenhäusern verschärft oder gelockert werden.

In Serbien werden die Einkaufszentren am Montag wieder aufgesperrt. Gaststätten dürfen aber ihre Kundschaft weiterhin nur im Außenbereich bedienen. In dem Balkanland mit knapp sieben Millionen Einwohnern sind die Ansteckungszahlen zuletzt leicht gesunken. Zugleich stellen die Krankenhäuser immer noch einen starken Zustrom von Covid-19-Patienten fest. (apa, dpa)